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Linux-Kernel 5.1 festgeklopft: Neues I/O-Interface und AI-Beschleuniger

Die Neuerungen von Linux 5.1 sind absehbar. Neben einer neuen Infrastruktur für Asynchronous I/O (AIO) stieß ein Treiber für einen AI-Beschleuniger zum Kernel.

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Linux-Kernel 5.1 mit neuen Speicher- und Diagnosetechniken

Eine modernere Infrastruktur zum asynchronen Laden und Speichern von Daten ist das Highlight des Anfang Mai erwarteten Linux 5.1. Dieser "io_uring" genannte Ansatz soll die Schwächen ausräumen, die ältere Lösungen für Asynchronous I/O (AIO) aufweisen; zugleich soll er erlauben, das Performance-Potenzial moderner High-End-Datenträger besser auszuschöpfen.

Wie erwartet stieß auch ein weiterer Treiber für WLAN-Chips von Mediatek zum Kernel. Die Entwickler haben zudem die Infrastruktur zum Livepatching verbessert und Unterstützung für den als "AI Prozessor" deklarierten Beschleunigerchip Habana Goya integriert. Außerdem gab es weitere Änderungen, um einen schicken und flackerfreien Boot-Vorgang bei Systemen mit Intel-Chips zu ermöglichen. Zu einer Reihe von Performance-Optimierungen gehört es ferner, dass der Overhead der Spectre-v2-Schutztechnik Retpoline reduziert werden soll.

Linus Torvalds hat zudem Vorbereitungen getroffen, um die Unterstützung für das Dateiformat a.out zu entfernen; dieses wurde in der Anfangszeit von Linux für ausführbare Dateien und Objektdateien genutzt, bevor es vom heute dominierten ELF (Executable and Linking Format) verdrängt wurde. Noch ist aber nicht klar, ob der a.out-Support wirklich rausfliegt, denn es gibt womöglich noch Gebiete, wo es noch zum Einsatz kommt.

Zwei Wochen nach der Veröffentlichung von Linux 5.0 sind diese und andere wesentliche Verbesserungen des Nachfolgers jetzt absehbar, denn Linus Torvalds hat die erste Vorabversion von Linux 5.1 freigegeben. Damit hat er wie üblich die Aufnahme aller wesentlichen Neuerungen abgeschlossen; diesmal hat er dabei rund 11.250 Änderungen integriert, die Kernel-Entwickler in den letzten Wochen und Monaten vorbereitet und gesammelt hatten.

Jetzt beginnt die im Regelfall sieben oder acht Wochen dauernde Stabilisierungsphase, in der meist nur noch 1500 bis 2000 Änderungen folgen. Von vereinzelten Nachzüglern und Ausnahmen abgesehen bringen die nur noch Fehlerkorrekturen und augenscheinlich ungefährliche Verbesserungen. Sofern die Entwicklung dem üblichen Rhythmus folgt, sollte Linux 5.1 in der Nacht auf den 6. oder 13. Mai erscheinen. (thl)