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Linux-Kernel-Entwickler: Seid "großartig zueinander"!

Die Kernel-Entwickler haben einige Verhaltensweisen zum Umgang miteinander niedergeschrieben. Der Text legt zudem ein Gremium fest, das bei Streitfragen vermitteln soll.

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Der Linux-Kernel enthält seit kurzem ein "Code of Conflict" genanntes Dokument, das einige Verhaltensregeln für die Zusammenarbeit bei der Kernel-Entwicklung erläutert. Einer der wohl wichtigsten Punkte findet sich im letzten Satz: "Seid großartig zueinander" ("Be excellent to each other").

Der lediglich drei Absätze kurze Text erklärt, verglichen mit normaler Software-Entwicklung sei die Kernel-Programmierung ein sehr persönlicher Prozess. Der Text fordert dazu auf, speziell beim Begutachten von Code die Kommunikation zivilisiert zu halten.

Man solle sich beim Review auf technische Eigenarten der diskutierten Features konzentrieren – eine bislang ungeschriebene Regel, die meist, aber eben nicht immer eingehalten wurde. Das dürfte auch nach der Niederschrift nicht anders sein. Die Neuigkeit ist eher, dass ein Gremium festgelegt wurde, das bei Streitfragen vermitteln soll: Das Technical Advisory Board (TAB) der Linux Foundation ist jetzt Ansprechpartner für Entwickler, die sich ungerecht behandelt oder angegriffen fühlen.

Rund sechzig bekannte Kernel-Entwickler haben die Aufnahme des Dokuments über ein "Acked-by" gutgeheißen. Der Name "Code Of Conflict" ist eine Anspielung auf die Bezeichnung "Code of Conduct", in dem manche Open-Source-Projekte einige Verhaltensweisen zur Zusammenarbeit der Entwickler festlegen; der von Fedora ist beispielsweise ähnlich kurz gehalten wie der Text der Kernel-Entwickler, der des Ubuntu-Projekt hingegen ist länger und detaillierter.

Der "Code of Conflict".

Im Merge mit dem Code-of-Conflict-Commit steht: "Mal schauen, wie das funktioniert" – wahrscheinlich hat Torvalds das eingefügt. Der Leiter der Linux Foundation, Jim Zemlin, bezeichnet den Text als einen wichtigen Schritt.

[Update, 10.03.15, 11:55] Text angepasst, weil das "Mal schauen, wie das funktioniert" vermutlich von Linus Torvalds stammt und nicht von Greg Kroah-Hartman, dem wir dies ursprünglich zugeschrieben hatten. (thl)