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Linux-Kernel macht Versionssprung auf 4.0

Die nächste, Mitte April erwartete Version des Linux-Kernels wird die Versionsnummer 4.0 tragen. Zu dessen wichtigsten Neuerungen zählt Kernel Live Patching, mit dem sich Sicherheitslücken des Kernels ohne Neustart beheben lassen.

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Zwei Wochen nach der Freigabe von Linux 3.19 hat Linus Torvalds die erste Vorabversion des Nachfolgers veröffentlicht. Diese Version wird allerdings nicht die Bezeichnung 3.20 tragen, sondern 4.0; mitentscheidend für diesen Schritt war eine Umfrage, in der Torvalds kürzlich nach Meinungen zur nächsten Versionsbezeichnung gefragt hat. Genau wie beim Sprung von 2.6.39 auf 3.0 im Mai 2011 ist der Wechsel auf 4.0 aus technischer Sicht weitgehend bedeutungslos, denn auch die nächste Version wurde nicht anders als ihre direkten Vorgänger entwickelt und bringt daher Änderungen im gewohnten Maß.

Erste Vorabversion von Linux 4.0 (6 Bilder)

In der Google+-Abstimmung zum Versionssprung sammelten sich rund 29.000 Stimmen.

Zu den wichtigsten Neuerungen des Mitte April erwarteten Linux 4.0 wird Kernel Live Patching zählen; eine Technik, mit der sich Sicherheitslücken des Kernels im Betrieb beheben lässt und so Neustarts vermeidet. Eine neue Gefahr für die Systemsicherheit stellt die Funktion nicht dar, denn zum Live-Patchen muss man Module laden. Angreifer, die sich diese Möglichkeit verschafft haben, können bereits mit aktuellen Kernel-Versionen beliebiges Unheil anrichten und auch Code modifizieren.

Die Kernel-Entwickler haben zudem die Unterstützung für die Lüftersteuerung und DisplayPort-Audio in den freien Radeon-Treiber verbessert. Das Ext4-Dateisystem wurde geändert, damit es sich für den Einsatz auf Arbeitsspeicher-ähnliche Storage-Hardware eignet, die die gespeicherten Informationen auch beim Ausschalten nicht verliert. Ferner wollen die Entwickler die Geschwindigkeit von Dm-Crypt verbessert haben, das bei der Verschlüsselung von Datenträgern verwendet wird. Details zu diesen und anderen Neuerungen werden Kernel-Logs auf heise open und in c't liefern.

Nach der Veröffentlichung der ersten Vorabversion beginnt jetzt die Stabilisierungsphase, in der Torvalds und seine Mitstreiter keine größeren Änderungen mehr vornehmen. Linux 4.0 wurde wie seine Vorgänger entwickelt, zählt mit lediglich 9000 Änderungen in der Hauptentwicklungsphase allerdings zu den eher kleineren Kernel-Releases, denn zuletzt waren es meist tausend oder zweitausend Änderungen mehr. An diesem leichten Rückgang dürften die Feiertage zum Jahresende eine Mitschuld tragen, denn sie fielen diesmal in den Zeitraum, in dem viele der für Linux 4.0 aufgenommenen Änderungen entwickelt wurden. (thl)