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Linux: NetworkManager 1.2 schützt Privatsphäre besser

Das neue Werkzeug zur Konfiguration von Netzwerk-Verbindungen erschwert die Anwender-Identifikation bei WLANs und IPv6. Das Tool ist zudem mächtiger geworden und bringt ein verbessertes Konfigurationsprogramm für die Kommandozeile mit.

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NetworkManager 1.2

NetworkManager-Konfigurations-Interface von Gnome 3.18.

Verbesserungen für die Privatsphäre sind ein Highlight des jetzt erhältlichen NetworkManager 1.2 – der neuen Version des Programms also, das bei den meisten Linux-Distributionen die Funk- und Kabel-Netzwerkverbindungen regelt. Die neue Version beherrscht jetzt die Privacy Extensions samt der in RFC 7217 festgelegten Methoden, durch die Außenstehende einen Anwender nicht mehr als diesen Identifizieren können, wenn er von einem IPv6-Netzwerk in ein anderes wechselt.

Um ein Identifizieren von Nutzern über WLAN-Access-Points zu erschweren setzt der NetworkManager jetzt eine zufällig gewählte MAC-Adresse, wenn er nach WLAN-Netzen sucht; die korrekte Identifikation der Netzwerkschnittstelle verwendet er erst, wenn man sich mit einem WLAN-Netz verbindet. Das Werkzeug zum Konfigurieren der Netzwerkschnittstellen kann die gefakte MAC-Adresse auf Wunsch auch nutzen, wenn man eine Verbindung mit einem nicht vertrauenswürdigen WLAN-Netz aufbaut – etwa einem öffentlichen WLAN auf Flughäfen oder Messen.

Das Suchen nach neuen WLAN-Netzen soll jetzt flüssiger ablaufen. Erstmals kann man jetzt die Stromsparfunktionen der WLAN-Hardware aktivieren. Das Programm kann nun auch IP-Tunnel-Devices sowie Netzwerkschnittstellen der Typen tun, tap, macvlan und vxlan betreuen. Ferner haben die Entwickler das Kommandozeilentool zur Netzwerk-Konfiguration überarbeitet, damit es einfacher zu bedienen ist. Die Entwickler wollen das Programm an einigen Stellen entschlackt und die Unterstützung für VPNs verbessert haben.

Diese Verbesserungen finden sich auch im fast parallel erscheinenden Ubuntu 16.04 LTS, denn das nutzt eine Vorabversion des NetworkManager 1.2, die sich nur in Details von der finalen Version des Werkzeugs unterscheidet. Auch andere Distributionen dürften die neue Version bald aufgreifen.

Weitere Details zum neuen NetworkManager finden sich in der Ankündigung der neuen Version und einem begleitenden Blog-Eintrag; einen noch tieferen Einblick liefern die Vortragsfolien und die Videoaufzeichnung eines Vortrags, in dem einer der Hauptentwickler im Februar einen Überblick zu den Fortschritten beim NetworkManager und Plänen für seine Zukunft geliefert hat:

Vortrag zu den Fortschritten bei der Entwicklung des NetworkManagers.

(thl)