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Linux: Neuer 3D-Treiber für Intel-Grafik in Mesa integriert

Intel-Entwickler haben den experimentellen 3D-Treiber Iris in die Grafik-Treiberbibliothek Mesa eingepflegt. Dieser ist auf moderne Grafikeinheiten ausgelegt.

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(Bild: Markus De Nitto)

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Bisher wurde der noch experimentelle OpenGL-Treiber "Iris" für neuere Intel-Grafikeinheiten separat entwickelt. Intel-Entwickler Kenneth Graunke sieht aber jetzt den Zeitpunkt gekommen, diesen 3D-Treiber im Hauptzweig der freien Grafikbibliothek Mesa weiterzuentwickeln und hat den entsprechenden Code dort eingepflegt.

Der neue Treiber ist eine komplette Neuentwicklung und baut auf der Schnittstelle Gallium3D auf. Er unterstützt Grafikeinheiten von Intel-Prozessoren seit der Broadwell-Generation, zu denen Core-i-Prozessoren seit der 5000er-Serie zählen. Bis dieser Treiber aber produktiv zum Einsatz kommt, wird es noch eine Zeit dauern.

Ziel bei der Entwicklung des neuen OpenGL-Treibers sei es gewesen, dass dieser möglichst effizient arbeite und weniger CPU-Overhead als bisher beanspruche, erläutert Graunke auf der Mesa-Mailingliste. Um dies zu erreichen und die zukünftige Entwicklung zu vereinfachen, wurde die Unterstützung für ältere Grafikprozessoren fallen gelassen. Außerdem wird für den Iris-Treiber ein Linux-Kernel ab Version 4.16 benötigt.

Die Intel-Entwickler ließen sich auch von Ansätzen in der Grafik-Schnittstelle Vulkan und bei anderen Gallium3D-Treibern inspirieren. Der nun in Mesa eingepflegte Code sei deutlich effizienter als der aktuelle i965-Treiber. Der Iris-Treiber nutzt dabei ausgiebig das Gallium3D-Framework, was die Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen Teilen der Mesa-Community verbessern soll.

Der neue Treiber enthält zwar bereits fast die komplette Funktionalität, gilt aber noch nicht als stabil. Neben einigen bekannten Fehlern ist dieser auch noch nicht so performant wie der i965-Treiber. Langfristig erwartet Graunke aber Performance-Vorteile im Iris-Treiber.

Zunächst bleibt aber der i965-Treiber der Standard-Treiber. Wer den neuen Iris-Treiber ausprobieren will, muss beim Kompilieren von Mesa diesen mitbauen lassen. Beim Starten einer Anwendungen muss dann noch über eine Umgebungsvariable die Verwendung von Iris explizit angewiesen werden.

Intel plant für das Jahr 2020 auch einen eigenständigen Grafikchip. Für dessen Linux-Unterstützung ist der Iris-Treiber relevant. (ktn)