Menü

Linux-Verband kritisiert Vergabepraxis der Bundestagsverwaltung

vorlesen Drucken Kommentare lesen 441 Beiträge

Der Linux-Verband sieht durch "interne Informationen", die ihm nach eigenen Angaben zugespielt wurden, Anlass für Kritik an der Vergabepraxis der Bundestagsverwaltung. Es dränge "sich der Verdacht auf, dass an den Fachabteilungen vorbei mit dem Gremium des Ältestenrates die IT-Strategie der Bundestagsverwaltung manipuliert wird", erläutert der Verbandsvorsitzende Elmar Geese. Beispielsweise solle die auf freier Basis bestehende E-Mail-Infrastruktur durch Microsoft Exchange ergänzt werden. Es entstehe dabei der Eindruck, als würden Regelungen bei der Vergabe von Aufträgen umgangen.

Auf Anfrage habe das zuständige Referat in der Bundestagsverwaltung erklärt, eine Ausschreibung sei nicht geplant, teilt der Verband mit. Die Frage, ob zurzeit ein Projekt laufe, sei nicht beantwortet worden. Es habe zwar Evaluationen verschiedener Anbieter gegeben, diese seien jedoch nicht zu einem Angebot aufgefordert worden. Schließlich sei ein Pilotversuch mit einem Produkt gestartet worden, das ausschließlich mit dem Internet Explorer vollständig funktioniere. Dies sei bemerkenswert, da von der Bundestagsverwaltung bisher aus Sicherheitsgründen ein Mozilla-Webbrowser bevorzugt eingesetzt worden sei, meint der Linux-Verband.

Der Verband befürchtet, die von der IuK-Kommission des Bundestags getroffene Richtungsentscheidung zum Einsatz von Open-Source-Software könne dank erfolgreicher Arbeit von Microsoft-Lobbyisten wieder umgedreht werden. Es hätten sich bereits Unternehmen beim Linux-Verband gemeldet, die gegenüber dem Bundestag rechtliche Schritte prüfen. (anw)