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Linux für Motorola-Handys

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Mit dem A760 will der US-Elektronikkonzern Motorola sein erstes Smartphone herausbringen, dass mit Linux als Betriebssystem und mit Java arbeitet. Nach dem geplatzten Deal mit Sendo, der noch juristische Nachspiele hat, scheint dies ein weiterer harter Schlag für Microsofts Smartphone-Ambitionen zu sein. Aber auch das Konsortium Symbian, bislang Marktfürer bei Smartphone-Systemen und Hauptkonkurrent Microsofts, kann sich nicht freuen: Denn Motorola will auf lange Sicht Linux und nicht Symbian OS zum Hauptsystem für seine Handys machen. Und das, obwohl Motorola zusammen mit Nokia bislang nicht nur zu den Hauptinvestoren, sondern auch zu den Hauptprotagonisten von Symbian zählt.

Immerhin, ganz will man die Türen zu anderen Systemherstellern nicht zuschlagen: "Wir haben Linux als unser Hauptsystem gewählt, aber das heißt nicht, dass wir nicht mit Symbian oder Microsoft arbeiten werden -- wenn es das ist, was die Kunden wollen", kommentierte eine Firmensprecherin gegenüber US-Medien.

Das A760 soll mit Farbdisplay, einer Kamera und einem MP3- sowie Video-Player ausgestattet werden. Es soll im dritten Quartal zuerst in Asien auf den Markt kommen; Preise und Verfügbarkeit auf europäischen und US-Märkten stehen noch nicht fest; es ist aber bereits geplant, das Gerät später auch hierzulande auf den Markt zu bringen. Neben den Plänen, die Motorola-Smartphones alle mit Linux auszurüsten, kann sich Motorola auch vorstellen, noch weiter zu gehen: Klappt mit den Highend-Handys alles wie vorgesehen, denke man auch daran, Linux für einfachere Mobiltelefone zu nutzen, hieß es. Motorola hofft dabei vor allem darauf, dass die große Open-Source-Szene ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Techniken und Entwicklungen darstellt, das es der Firma ermöglicht, schnell neue Geräte und Funktionen zu entwickeln.

Das Linux-System will Motorola nicht selbst entwickeln, sondern setzt angeblich auf Software von MontaVista. Die Firma, spezialisiert auf Linux-Versionen für die Kommunikations-Infrastruktur und zugehörige Geräte, arbeitet bereits mit dem BIOS-Hersteller Phoenix, dem Browser-Hersteller Opera und dem Computerkonzern IBM zusammen, um Linux etwa auch für Unterhaltungselektronikgeräte nutzbar zu machen. Aber auch japanische Konzerne wie Sony und Matsushita wollen Linux etwa für Heimelektronik-Geräte nutzbar machen -- ob Linux in den Handy- und Unterhaltungselektronik-Märkten für Embedded Systems gegen die Konkurrenz vor allem von Symbian und Microsoft auf die Dauer bestehen kann, wird sich aber erst noch zeigen müssen. (rop)

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