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Linux in München: Grüne OB-Kandidatin rudert zurück – ein bisschen

Während die Grüne Jugend München die Linux-Migration der Stadtverwaltung als Erfolgsprojekt einschätzt, fürchtet Sabine Nallinger, dass das LiMux-Projekt zulasten der städtischen Angestellten geht.

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Die Kandidatin der Grünen für die Oberbürgermeisterwahl in München, Sabine Nallinger, hat ihre Position gegen den Einsatz von Linux in der Münchner Stadtverwaltung abgeschwächt. Während sie am gestrigen Freitag die Entscheidung für Linux noch als korrekturbedürftige Fehleinschätzung bezeichnet hatte, von "verzweifelten Mitarbeitern" sprach und eine Kursänderung anmahnte, verlinkt sie auf ihrer Facebook-Seite nun auf eine aktuelle Erklärung der grünen Jugend, die sich ausdrücklich für die weitere Verwendung freier Software ausspricht.

Jamila Schäfer, Sprecherin der Grünen Jugend München, bezeichnet darin die Linux-Migration der Stadt als Erfolgsprojekt, das weltweit Beachtung gefunden habe. "LiMux steht für eine freie, offene und unabhängige IT-Infrastruktur und entspricht damit genau grünen Vorstellungen des digitalen Zeitalters", so Schäfer. Es habe "große Kostenersparnisse eingebracht und deutlich weniger Störfälle verzeichnet als andere Betriebssysteme. "

Auch die grüne OB-Kandidatin betont jetzt, dass die Grünen für freie Software stehen und dass München mit LiMux Vorreiter auf dem Weg zu einer offenen und unabhängigen digitalen Welt sei. "Ich fände es gut, wenn wir den Weg der freien Software weitergehen würden und nicht wieder umsteigen müssten", meint Nallinger. Aber derzeit gehe der Einsatz von Linux und freier Software in der Stadtverwaltung München auf Kosten der städtischen Angestellten.

Um den Weg der freien Software weitergehen zu können, brauche die Stadt nach Ansicht Nallingers Hilfe: Auch andere Kommunen müssten auf freie Software umsteigen, damit München "die Entwicklungsschmerzen nicht alleine ertragen" müsse. Auch die IT-Branche müsse freie Software besser unterstützen und Kommunal-Software für freie Betriebssysteme wie Linux anbieten. "Wenn wir diese Unterstützung erhalten, kann ich die Pressemitteilung unserer Grünen Jugend nur unterstützen: Anwenderfreundlichkeit ausbauen und möglichst unabhängig und frei bleiben", schließt Nallinger ihr Posting. (odi)

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