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Linux in den Bundestag?

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Der Bundestag ist auf der Suche nach einem Nachfolgesystem für das auf rund 5.000 Rechnern installierte Windows NT. Wie bereits Anfang Juni gemeldet, denkt die Kommission des Ältestenrates für den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechniken und -medien (IuK-Kommission) dabei auch über einen Umstieg auf Linux nach. Es wird erwartet, dass die IuK-Kommission Anfang nächsten Jahres ihre Empfehlung ausspricht, da Microsoft Ende 2002 den Support für Windows NT einstellt.

Linux als Alternative zu dem Umstieg auf Windows XP genießt dabei einige Sympathie. So laufen in den Fraktionen der im Bundestag vertretenen Parteien und in einigen Ministerien und Behörden bereits recht erfolgreiche Pilotprojekte mit dem freien Betriebssystem. Die Attacken durch E-Mail-Würmer wie Nimda haben bei immer mehr Beteiligten Zweifel an der Sicherheit einer Microsoft-Infrastruktur geweckt. Und schließlich stünde mit IBM ein renommiertes IT-Unternehmen bereit, das sich zu Linux bekannt hat und eine komplexe IT-Landschaft wie die des Bundestages warten könnte, hieß es. Die Frage, ob sich eine Linux-Firma findet, die den Support für eine derart umfagreiche IT-Infrastruktur leisten kann, war bereits im Frühsommer als kritisch erachtet worden.

Fraglich ist jedoch, ob eine Entscheidung für Linux heißt, dass alle 5.000 Bundestags-Rechner auf einen Schlag auf das PC-Unix-Derivat umgestellt werden. Eine denkbare Entscheidung könnte lauten, Linux auf den rund 160 Servern zu installieren, mit den Clients aber weiter bei Microsoft-Betriebssystemen zu bleiben. Auch eine allmähliche Migration des Betriebssystems über einen längeren Zeitraum ist eine mögliche Alternative. Wie eine Linux-Installation in dieser Größenordnung realisierbar ist, hat der Linux-Distributor SuSE vor kurzem gezeigt: Die deutsche Firma hat bei der bundesweit tätigen Versicherung und Bausparkasse Debeka gut 3.000 PC-Arbeitsplätze an über 230 Standorten auf eine Smart-Client-Architektur unter Linux umgestellt. (odi)

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