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Linux soll führendes System in der Verwaltung werden [Update]

Nicht nur mit einer eigenen Veranstaltungreihe tritt das Innenministerium auf dem diesjährigen LinuxTag auf, sondern auch mit markigen Worten. Denn die Bundesregierung geht offensichtlich davon aus, dass Linux-Systeme schon bald zum führenden Betriebssystem in den deutschen Amtsstuben werden.

"Die Ablösung von Windows NT steht bevor. Wir erwarten für 2003 und 2004 eine wahre Betriebssystems-Migrationswelle", sagte Brigitte Zypries (SPD), Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, in ihrer Eröffnungsrede zum 8. Internationalen Linuxtag, der unter dem Motto "where dot com meets dot org" seit heute in Karlsruhe stattfindet. Bei diesen Umrüstungen werde es auch zu Linux-Migrationen im Desktop-Bereich kommen, betonte Zypries; das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werde mit Pilotprojekten, Studien und Entwicklungen bereits in diesem Jahr die dafür erforderlichen Vorarbeiten leisten. "Besonders freue ich mich, dass wir der Community auch etwas zurückgeben können", erklärte die Staatssekretärin unter Bezugnahme auf Software-Projekte beim BSI, die unter die GPL gestellt werden sollen.

Dass den Worten auch Taten folgen, dafür sorgte Zypries' Chef, Bundesinnenminister Otto Schily, bereits vor wenigen Tagen: Er schloss mit IBM einen Kooperationsvertag zur Förderung von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung. "Der Rahmenvertrag setzt ein klares politisches Signal: Die Bundesregierung spricht nicht nur über die Einführung von Open-Source-Strukturen, sie handelt auch konsequent", versicherte Zypries. "Wir erhöhen die IT-Sicherheit durch die Vermeidung von Monokulturen; wir verringern die Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern; und wir sparen beim Kauf der Software undbei den laufenden Kosten."

Noch bis zum Sonntag, den 9. Juni, können sich interessierte Anwender wie Entwickler auf der Messe und dem Kongress informieren. Der Besuch der Messe und des allgemeinen Vortragsprogramms ist kostenlos, der Eintritt zum Business-Kongress kostet 116 Euro. (jk)

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