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Linux soll ins All

Der Start von BLUESat ist für November 2005 vorgesehen.

Ob öffentliche Verwaltungen, Wirtschaftsunternehmen oder Privatanwender mit Laptop und PDA -- Open-Source-Betriebssysteme auf Linux-Basis haben Hochkonjunktur. Nur im All ist Linux bislang nicht allzu stark vertreten. Aber dies könnte sich bald ändern: Schon im kommenden Jahr wollen Studenten der University of South Wales in Australien mit BLUESat einen Satelliten Marke Eigenbau ins All schießen, dessen Funktionen von einem Computer mit abgespecktem Linux-Betriebssystem gesteuert werden.

Schaltzentrale des 10 Kilogramm schweren Mikrosatelliten ist der selbst entwickelte Flight Computer (FC) auf Basis eines Embedded-Prozessors StrongARM SA-1100, den die Studenten für den Einsatz im All programmieren. Softwareseitig will das 16-köpfige Entwicklerteam um Cheftechniker Ashley Butterworth im BLUESat zumindest als Basisystem mit den grundlegendsten Funktionen keine handelsübliche Linux-Distribution einsetzen, sondern einen L4-Microkernel auf den StrongARM-Prozessor portieren. In dem von den Australiern vorgesehenen System kann der Bootloader aber auch Linux starten und sogar zwischen den Systemen umschalten, wenn der Satellit bereits in einer Erdumlaufbahn ist -- falls Linux abstürzt, kann der Satellit mit dem Basissystem dann immer noch in seinen Grundfunktionen kontrolliert werden. "Vorteilhaft bei Linux ist vor allem, dass man angesichts der freien Code-Zugänglichkeit alles (Daten-)Überflüssige über Bord werfen und damit den begrenzten Energieressourcen Rechnung tragen kann", erläutert Butterworth.

Nach dem geplanten Lift-off im November 2005 soll der Mikrosatellit im Orbit zudem als eine Art fliegender ftp-Server dienen, den Nutzer auf der Erde zum Informationsaustausch nutzen können. Die größten Sorgen bereiten den angehenden Wissenschaftlern derzeit die Finanzen: Mehr als eine halbe Million US-Dollar soll der BLUESat-Start kosten; es werden noch händeringend Sponsoren gesucht. (pmz)

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