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Linux- und Mesa-3D-Unterstützung für AMDs Video-Beschleuniger

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Mesa 3D kann nun den Unified Video Decoder (UVD) moderner Radeon-Grafikchips nutzen, der gängige Video-Formate effizienter decodiert als Software, die zur Berechnung den Hauptprozessor oder die Shader des Grafikprozessors bemüht. Die UVD-Unterstützung ist Erweiterungen von AMD-Entwickler Christian König zu verdanken, die kürzlich in den Hauptentwicklungszweig von Mesa 3D eingezogen sind (u. a. 1, 2). Die Unterstützung sollte daher Bestandteil der nächsten Mesa-3D-Generation werden, die die Versionsnummer 9.2 oder 10.0 tragen dürfte; diese dürfte nach ihren Erscheinen schnell in die Entwicklerzweige von Linux-Distributionen einziehen, da Mesa 3D dort eine für die 3D-Unterstützung aktueller Grafikchips wichtige Komponente ist.

Voraussetzung zur Nutzung der UVD-Unterstützung im Entwicklerzweig von Mesa 3D sind Änderungen am Linux-Kernel, die aller Wahrscheinlichkeit nach in Linux 3.10 einfließen dürften. Wenn die Kernel-Entwickler im üblichen Rhythmus arbeiten, sollte diese Version Anfang Juli erscheinen.

Es bleibt aber abzuwarten, ob die UVD-Unterstützung in Zukunft von Haus aus bei Linux-Distributionen aktiv sein wird, die die neuen Versionen von Mesa 3D und Linux-Kernel mitbringen. Mit der UVD-Unterstützung in Mesa stieß nämlich eine Readme-Datei zu Mesa 3D, die betont, der Code würde Techniken anderer Parteien implementiert, aber keine Lizenz für diese enthalten; als Beispiel sind H.264, MPEG-2, MPEG-4, AVC und VC-1 genannt. Zudem sei die Funktion zum Encoden von MPEG-2 nur für private Zwecke ("Personal Use") gestattet. Es ist daher nicht auszuschließen, dass einige Distributionen den Code aus Furcht vor Lizenzstreitigkeiten oder Patentklagen außen vor lassen; das ist auch der Grund, warum der Video-Beschleunigungstreiber für neuere Grafikkerne von Intel bei manchen Distributionen außen vor bleibt. (thl)