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LinuxTag 2005: Nicht nur für IT-Profis

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Linux ist überall: "Linux everywhere" lautet das Motto des diesjährigen LinuxTag. Die Messe (22. bis 25. Juni) findet zum elften Mal in Karlsruhe statt. "Der LinuxTag ist Europas wichtigster OpenSource-Event", sagt Daniel Riek vom Software-Hersteller Red Hat in Stuttgart. "Vor allem wollen wir zeigen, dass Linux mittlerweile in allen Bereichen eingesetzt wird", erklärt Andreas Gebhard, Sprecher des LinuxTag. Dem unbedarften Besucher sollen die Vorteile von Freier Software erklärt werden. Wer ohne Vorkenntnisse zur Messe kommt und sich einfach nur für Linux interessiert, ist Gebhard zufolge im "Practical Linux Forum" bestens aufgehoben. Dort werde den Besuchern zum Beispiel erläutert, welche Anwendungen es unter Linux gibt.

Aber auch Experten kommen auf ihre Kosten: Mehr als 160 Vorträge werden auf der Messe gehalten. Die Themen sind vielfältig: Linux und digitales Rechte-Management, "Zufriedene Kunden mit Linux", Treiber, Ubuntu, Security oder DVD-Authoring sind nur wenige davon. Klaus Knopper, der gerade Version 4.0 seines Live-Systems Knoppix vorstellte, wird etwa gemeinsam mit Michael Zacherle einen Vortrag unter dem Titel "Entwicklung barrierefreier Software: Probleme und Chancen" im Accessibility-Forum über das Arbeiten mit GNU/Linux ohne Monitor bzw. völlig ohne Sichtausgabegerät halten. Dieses "Linux Accessibility Forum" während des LinuxTag beispielsweise wird von dem Projekt linaccess veranstaltet, das sich um die Förderung von barrierefreiem Zugang von Unix/Linux kümmert.

Während der Messe soll zum Beispiel auch die Anwender- und Entwicklerkonferenz "FUDCon" die Nutzer und Programmierer der von Red Hat gesponserten Linux-Distribution Fedora, ebenfalls gerade in Version 4 fertig geworden, zu einem Gedankenaustausch zusammenbringen. Der "OscomTag 2005" wiederum soll während des LinuxTag die Gelegenheit bieten, dass Benutzer und Entwickler von als Open Source verfügbaren Content-Management-Systemen miteinander diskutieren. Profis aus dem Umfeld der Debian-Distribution sollen durch den Debian Day 2005 angesprochen werden; und während des Coding-Marathons sollen Besucher und Projekt-Mitglieder Programmieraufgaben lösen -- "der Coding-Marathon soll vom olympischen Gedanken getragen werden: Dabei sein ist alles", meinen die Veranstalter, aber für die besten Lösungen gibt es dennoch Preise zu gewinnen.

Auch Unternehmen nutzen den LinuxTag -- Novell, Intel und Hewlett-Packard gehören dazu. Stolz sind die Veranstalter Gebhard zufolge zudem darauf, dass Nokia in Karlsruhe vertreten ist. Der finnische Handyhersteller zeigt sein Internet Tablet: Das Nokia 770 basiert auf Linux und ermöglicht Breitband-Zugriff auf das Internet über WLAN. Seit längerem engagiert sich auch IBM für Linux. Das Unternehmen bringt zur Messe einen Desktop-Computer mit, in dem ein Cell-Prozessor werkelt, der später unter anderem in der PlayStation 3 arbeiten soll.

Da die Linux-Welt zu einem großen Teil auf dem unentgeltlichen Engagement von einzelnen Programmieren und Zusammenschlüssen beruht, bietet der LinuxTag auch für diese Gruppe eine Plattform. Dazu wird ein bestimmter Teil der Ausstellungsfläche kostenlos bereitgestellt, erläutert Gebhard. Daher können die Besucher zum Beispiel mit Experten des KDE-Forums sprechen, die dort die KDE-Benutzeroberfläche präsentieren. Auch das Projekt OpenOffice.org ist mit der gleichnamigen Bürosoftware in Karlsruhe vertreten. Man sollte dagegen meinen, dass Microsoft Linux scheut wie der Teufel das Weihwasser. Weit gefehlt: Die Windows-Macher sind in Karlsruhe mit von der Partie. "Für uns steht dabei das Thema Interoperabilität verschiedener IT-Plattformen im Mittelpunkt", erklärt Tomas Jensen, Sprecher von Microsoft in Unterschleißheim bei München. Schließlich arbeiten laut Jensen vor allem große Unternehmen selten nur mit einem Betriebssystem. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Sicherheit.

Wie die jährlich in Hannover stattfindende Computer- und Technikmesse CeBIT ist der LinuxTag zudem für IT-Experten interessant, die sich beruflich verändern wollen. Man sieht Andreas Gebhard zufolge an jedem dritten Stand ein Schild, auf dem die jeweiligen Aussteller ihren Bedarf an Fachkräften kundtun. Kein Wunder: "Auf dem LinuxTag trifft man Leute mit Visionen", sagt Daniel Riek von Red Hat. (Sven Appel, dpa) / (Sven Appel, dpa) / (jk)

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