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Linzer bekommen gratis Webserver und E-Mail

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In der österreichischen Stadt Linz kann sich nun jeder Einwohner, der mindestens 14 Jahre alt ist, für einen 1 GByte fassenden kostenlosen Webspace und fünf E-Mail-Adressen mit 100 MByte Postfachgröße registrieren lassen. Der Zugangscode für den Public Space Server wird dann vom Betreiber, der Volkshochschule, postalisch übermittelt. "Jede Stadt stellt öffentlichen Raum wie Grünanlagen und Straßen zur Verfügung", begründet Gemeinderat Christian Forsterleitner das Angebot, "das Gleiche soll auch für öffentlichen Raum im Internet gelten. Damit soll ein möglichst breiter Zugang für möglichst viele Linzer gewährleistet werden."

Der SP-Abgeordnete hatte das Projekt vor knapp zwei Jahren mit einem Antrag zu einer Machbarkeitsstudie angestoßen. Kommerzielle Webspace-Anbieter gerierten sich zu oft als Zensoren und löschten unerwünschte Inhalte, etwa bestimmte politische Kritik oder Selbstdarstellungen sich offen bekennender Homosexueller, klagte seine Partei damals. Auch andere Inhalte, bei denen nur die Möglichkeit eines Rechtsbruchs bestünde, würden zu leichtfertig entfernt.

In diesem Bereich wird sich auch der kostenfreie Linzer Bürger-Webspace beweisen müssen. User werden in den AGB darauf hingewiesen, die lokalen rechtlichen Bestimmungen sowie Netiquette-Richtlinien einzuhalten. Der Betrieb des Servers ist bis Ende 2011 garantiert und soll bis dahin nicht mehr als 150.000 Euro kosten, was weniger als einem Euro pro berechtigtem Bürger entspricht. Die Stadt hat etwa 190.000 Einwohner, davon 25.000 unter 15 Jahren.

Begleitend wird ein Pool aus Open Source Programmen bereitgestellt; zudem können im Herbst einführende Kurse an der Volkshochschule belegt werden. Für den Zugang zum Internet betreibt die Stadt knapp 120 kostenfrei nutzbare WLAN-Hotspots. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)