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Literatur-Nobelpreis geht an Swetlana Alexijewitsch

Mit dem Nobelpreis für Literatur wird in diesem Jahr die große Favoritin Swetlana Alexijewitsch aus Weißrussland geehrt. Mit ihrem Werk habe sie nicht nur den Zeugen tragischer Weltereignisse eine Stimme gegeben, sondern "dem Mut ein Denkmal gesetzt".

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Swetlana Alexijewitsch

Swetlana Alexijewitsch

(Bild: Elke Wetzig, CC BY-SA 3.0 )

Die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch wird in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Das teilte die schwedische Akademie am heutigen Donnerstag mit. Ausgezeichnet werde Alexijewitsch, die 2013 bereits den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hatte, "für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt".

Alexijewitsch wurde 1948 in Iwano-Frankiwsk in der heutigen Ukraine geboren und wuchs später in Weißrussland auf. Als Journalistin musste sie wegen ihrer kritischen Meinung in einer Lokalzeitung arbeiten, erklärt die Akademie. Ihr erstes Buch erschien 1985 unter dem Titel "Der Krieg hat kein weibliches Gesicht". Dafür hatte sie Hunderte Frauen interviewt, die am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatten. Auch ihr späteres literarisches Werk stützt sich fast vollständig auf solchen Gesprächen mit Zeitzeugen. Dabei widmete sie sich unter anderem der Atomkatastrophe von Tschernobyl, dem Afghanistankrieg der Sowjetunion und der Geschichte des sowjetischen Kommunismus.

Wegen ihrer Regimekritik hat sie lange Jahre im Ausland gelebt, derzeit wohnt sie aber wieder in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Dort sei ihre Familie und außerdem sei ihre Hauptquelle das Gespräch mit Menschen, am besten in ihrer Sprache, hatte sie diese Rückkehr vor vier Jahren begründet.

Auch für Alexijewitsch gibt es wieder 8 Millionen Schwedische Kronen (rund 860.000 Euro) Preisgeld. Bereits vor der Bekanntgabe war sie auch bei den Buchmachern als große Favoritin auf den Nobelpreis gehandelt worden. Gute Chancen hatten die außerdem für den Japaner Haruki Murakami, den Kenianer Ngugi Wa Thiong'o und den Norweger Jon Fosse gesehen. Die feierliche Verleihung des Preises an Alexijewitsch wird wie immer am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels in Stockholm stattfinden. (mho)

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