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Telepolis

Literaturnobelpreis für Mario Vargas Llosa

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Es ist wieder kein Nordamerikaner, obwohl viele Beobachter die Auszeichnung für einen US-Schriftsteller für überfällig halten. Dieses Mal erhält den Literatur-Nobelpreis der Peruaner Mario Vargas Llosa – ein Schriftsteller, der allerdings auch immer wieder auf den Kandidatenlisten, die vor Verleihung kursieren, unter den Favoriten auftauchte.

Mario Vargas Llosa

Die schwedische Akademie würdigte Vargas Llosa mit der Preisverleihung "für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage". Der 1936 in Arequipa in Peru geborene Mario Vargas Llosa behandelte, auch wenn er die meiste Zeit seines Lebens außerhalb Perus verbrachte, in seinen Romanen vor allem die Verhältnisse in Lateinamerika und besonders in seinem Heimatland. Er kritisierte immer wieder undemokratische Strukturen in Lateinamerika, ebenso wenig wie rechte Diktaturen nahm er davon linkspopulistische Regime aus. 1990 bewarb er sich als Kandidat der FREDEMO (Demokratische Front) um die peruanische Präsidentschaft, verlor aber gegen Alberto Fujimori.

Zu den bekanntesten Büchern von Mario Vargas Llosa gehören unter anderem sein Erstlingswerk "Die Stadt und die Hunde" (über die Machtstrukturen, die eine autoritäre Clique in einer peruanischen Kadettenanstalt produziert) sowie die jüngeren Romane "Das Fest des Ziegenbocks" (über die Trujillo-Dikatur in der Dominikanischen Republik und die Ermordung des Diktators) und "Das Paradies ist anderswo" (einer Doppelbiografie des Malers Paul Gauguin und der Frauenrechtlerin Flora Tristan, der Großmutter von Gauguin).

Der Nobelpreis für Literatur geht nach dem Willen seines Stifters Alfred Nobel an einen Autor, "der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealistischer Richtung hervorgebracht hat". Der Preis ist mit 10 Millionen Schwedischen Kronen dotiert (gut eine Million Euro) und wird am 10. Dezember offiziell in Stockholm verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt die deutsche Schriftstellerin Herta Müller den Literatur-Nobelpreis. (jk)

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