Lizenz-Dschungel: Geld sparen beim Windows-Kauf

Das Labyrinth an Angeboten für Windows-Lizenzen macht es schwierig, rechtlich einwandfreie Angebote als solche zu identifizieren.

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(Bild: Albert Hulm)

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In der aktuellen c’t beleuchtet die Redaktion preiswerte Windows-Lizenzen und gibt Tipps, wie Sie Windows sowohl neu als auch gebraucht erwerben können – aber auch dazu, bei welchen An­geboten die Warnlampen angehen sollten. Viele der Tipps gelten auch für den Kauf anderer Software.

Software unterliegt normalerweise dem Urheberrecht: Wer sie nutzen will, braucht dafür juristisch gesehen ein Nutzungsrecht mit passendem Zuschnitt. Der viel strapazierte Begriff "Li­zenz" meint ein solches Recht. Am sichersten ist es deshalb, sich an die von Microsoft autorisierten Vertriebskanäle zu halten.

Da sich Software durch Gebrauch nicht abnutzt, lässt sich mit gebrauchten Exemplaren besonders viel sparen. Zumal der Kauf und Verkauf ge­brauchter Software anderslautenden Gerüchten zum Trotz hierzulande sehr wohl erlaubt ist. Das gilt auch für Windows, beispielsweise für die Lizenzen von ge­brauchten Komplett-PCs mit vorinstallier­tem Windows.

Falls Sie noch einen ausgemusterten PC mit vorinstalliertem Windows herumstehen haben, können Sie also dessen Installations­schlüssel für ihren neuen PC nutzen. Dabei kann es sich auch um ein älteres Windows handeln, weil das Gratis-Upgrade von Windows 7, 8 und 8.1 auf Windows 10 bis dato wei­terhin funktioniert.

Für Win­dows-Versionen nach XP existieren nur noch Schlüs­sel, die von Microsoft selbst oder autorisier­ten Partnern erzeugt wurden, also allesamt als Originale einzustufen sind. Das Problem sind nicht Fälschungen, sondern dass Originalschlüssel entweder häufiger im Einsatz sind als erlaubt oder schlicht geklaut wurden. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf kritisch hinterfragen, ob der Anbieter vertrauenswürdig ist.

Um mehr Licht ins Dunkel zu bringen, beleuchtet in c’t ein Jurist die rechtlichen Aspekte von Gebrauchtsoftware. Dass die Bewertung von billigen Microsoft-Lizenzen nicht ohne Tücken ist, zeigte sich im Herbst 2019. Da hatte c’t über die Firma Lizengo berichtet. Sie verkauft Lizenzschlüssel für Windows und Office, die damals auch über Edeka vertrieben wurden. In c’t 21/2019 schätzten wir diese Lizenz-Schnäppchen als unbedenklich ein. Nachdem Microsoft nach Erscheinen des c’t-Ar­tikels Klage gegen Lizengo eingereicht hat, müssen wir diese Einschätzung revidieren. Letztlich wird erst eine Gerichtsentscheidung Klar­heit zu den Lizengo-Angeboten bringen.

Viele Anbieter billiger Windows-Lizenzen versuchen, Zweifel an der rechtlichen Zulässigkeit ihres Angebots zu zerstreuen. Sie verschicken Produktschlüssel auf professionell anmutenden Lizenzkärtchen oder in verschweißten Kartons und verweisen auf Urteile und Rechtsgutachten, die beweisen sollen, dass ihr Geschäftsmodell legal sei. Manche werben sogar damit, die Kun­den von "allen Kosten" freizustellen, falls es doch mal Ärger gibt. Doch das ist Humbug: Je nach Umfang etwaiger Lizenzverstöße können sogar strafrecht­liche Folgen drohen und Geldstrafen kann Ihnen der Anbieter schon von Gesetzes wegen gar nicht abnehmen. Deshalb unser Rat: Sobald Sie sich unsicher sind, ob ein Anbieter vertrauenswürdig ist, wählen Sie einen anderen. Es gibt ja genug.

Mehr zum Thema gebrauchte Windows-Lizenzen lesen Sie im Artikel "Einkaufs-Labyrinth" aus c't 5/2020. (mls)