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Lkw-Maut: Zahlung per App. Pkw-Maut: Wir zahlen schon

Mit der App am Smartphone die LKW-Maut zahlen? Kein Problem, meint Toll Mobile.

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App zum Zahlen der LKW-Maut

Oberfläche der Web-Maut

(Bild: web-maut.de)

Seit zwei Tagen ist das mautpflichtige Straßennetz für Lkw um weitere 1100 Kilometer Bundesstraße vergrößert worden. Zum 1. Oktober steht die nächste Ausweitung an, dann wird die Grenze fürs Gesamtgewicht abgesenkt: Wurde die Lkw-Maut bisher ab 12 Tonnen Gesamtgewicht fällig, so muss bald ab 7,5 Tonnen gezahlt werden. Für viele Fahrzeuge in dieser Gewichtsklasse lohnt sich der Einbau einer On Board Unit (OBU) von Toll Collect nicht. Für sie bietet die Friedrichsdorfer Firma Toll Mobile eine App namens Web-Maut an.

Sie ist für Kleinlaster-Fahrer ab 7,5 Tonnen interessant, die nur gelegentlich die Autobahnen nutzen. Sie können sich die kostenlose Software auf das Smartphone laden oder im Browser nach Registrierung bei Toll Mobile mit wenigen Klicks die Mautstrecke berechnen und bezahlen. Toll Mobile fungiert dabei als Dienstleister, der von den Transaktionsgebühren lebt. Gegenüber der herkömmlichen Methode, ohne OBU die Maut an einem der Terminals von Toll Collect zu bezahlen, werden in der App weniger Buchungsschritte benötigt. Insbesondere entfällt die Registrierungspflicht des Fahrzeuges bei Toll Collect.

Toll Mobile leitet die per App angestoßenen Buchungen direkt an das Internet-Einbuchungssystem IEBS von Toll Collect weiter und schickt dem Fahrer eine Ticket-Nummer, die er im Falle einer Mautkontrolle vorzeigen kann. Wenn die mobilen Maut-Kontrolleure des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) über Mikrowellen-Funk keine OBU abfragen können, fragen sie das Kennzeichen, den Ort (zurzeit befahrene Strecke) und aktuelle Zeit online bei Toll Collect ab und prüfen, ob sich für das Fahrzeug/Kennzeichen eine Buchung findet. Um ab dem 1. Oktober gegen das OBU-Angebot von Toll Collect bestehen zu können, plant Toll Mobile, die Kosten auf 40 Euro pro Monat und Fahrer zu deckeln. "Wir hoffen, bis dahin genug aktive Benutzer zu haben, damit wir uns das auch leisten können", erklärte Geschäftsführer Axel Druschel gegenüber heise online.

Unterdessen sorgt die Pkw-Maut mal wieder für Schlagzeilen. Laut einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers fallen bereits jetzt Kosten in Millionenhöhe an, weil beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg wie beim BAG 76 Stellen für die Abwicklung der PKW-Maut eingerichtet wurden. Außerdem soll nach der Sommerpause ein Vertrag mit externen Beratern geschlossen werden, der rund vier Millionen Euro kostet. Die Berater sollen Systemanbieter bewerten, die die Maut von Ausländern kassieren sollen. (anw)

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