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Telepolis

Lobbyorganisation empfiehlt Computersperren bei Urheberrechts-Verletzung

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In einem erschienenen 84-seitigen Bericht empfiehlt die Commission on the Theft of American Intellectual Property unter anderem, dass Dateien und Computer gesperrt werden, wenn ein Nutzer sich Einsicht in Informationen zu schaffen versucht, zu denen er nach dem Willen von Rechteinhabern keinen Zugang haben soll. Die Lobbyorganisation besteht unter anderem aus dem ehemaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten und China-Botschafter Jon Huntsman, dem früheren Geheimdienstdirektor Dennis C. Blair und dem Ex-Intel-Präsidenten Craig R. Barrett.

Neben der Botschaft, dass sein Rechner wegen ungenehmigter Handlungen gesperrt ist, sollen dem Eigentümer auf dem Sperrbildschirm auch Informationen dazu geliefert werden, an welche Stellen er sich wenden muss, um wieder Zugang zu seinen Dateien zu bekommen. Solch ein Vorgehen verstoße dem Bericht zufolge nicht gegen US-Recht. Detailfragen, wie sie zu dieser Sichtweise kommt, ließ die Organisation allerdings bislang unbeantwortet. Allerdings erpressen mit dieser Methode Schädlinge wie der berüchtigte BKA-Trojaner bereits seit Jahren ohne Anspruchsgrundlage (aber ausgesprochen erfolgreich) Geld.

Über die bestehenden gesetzlichen Grundlagen hinausgehen würden nach Ansicht der Commission on the Theft of American Intellectual Property lediglich Maßnahmen, bei denen beispielsweise die Webcam eines Benutzers gehackt wird, um heimlich Aufnahmen von ihm anzufertigen. Auch das Nachladen zusätzlicher Malware hält man für problematisch. In diesen fehlenden Möglichkeiten erkennt man zwar Defizite, empfiehlt dem US-Kongress aber trotzdem kein konkretes Handeln. Englischsprachige Medien hatten dies teilweise anders dargestellt und berichtet, die Organisation fordere neue Gesetze, die der Unterhaltungsindustrie den Einsatz von Schädlingen erlauben sollen. (pem)

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