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Logitech will nicht mehr in Google TV investieren

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Logitech Revue: Fehlstart wegen unfertiger Google-TV-Software

(Bild: Logitech)

Bei einem Investoren-Tag erklärte Logitech-CEO Guerrino De Luca, dass seine Firma keinen Nachfolger für die erfolglose Set-Top-Box Revue plane, sondern höchstens in der Enkel-Generation der Google-TV-Software wieder einsteigen wolle, berichtet The Verge (Link funktioniert mit einigen Browsern nicht). Die Einführung der ersten Version von Revue im Weihnachtsgeschäft 2010 in großen Stückzahlen und zum Preis von 300 US-Dollar bezeichnete er als "Fehlstart gigantischer Natur".

Die Schuld am Misserfolg, der Logitech herbe Verluste von etwa 100 Millionen US-Dollar einbrachte und den damaligen CEO Gerald P. Quindlen den Job kostete, gibt De Luca Google. Die Software sei längst nicht fertig und eigentlich noch im Beta-Stadium gewesen. Google TV werde eines Tages vielleicht Erfolg haben, aber sicher erst in der Enkel-Generation. Logitech habe keinerlei Pläne, dabei zu helfen, sondern warte nun ab.

Google verliert damit in der Zukunft einen seiner beiden Hardware-Partner für sein Fernsehprojekt. Sony hat für seine TV-Hardware ein Software-Update bereitgestellt. Kürzlich hatte allerdings auch Intel angekündigt, keine speziellen Atom-Chips für Smart TVs mehr fertigen zu wollen – in der Logitech Revue steckt ein Intel-SoC mit x86-Prozessorkern.

Google setzt nun auf Anschluss der Fernseher an den Android-Marktplatz, um Apps auf den Set-Top-Boxen anbieten zu können und verfolgt eine weniger aggressive Strategie gegenüber den Fernsehsendern, welche die Ergänzung statt der Konkurrenz zum Kabel betont. Die großen US-Fernsehsender ABC, NBC, CBS und Fox wollen aber weiterhin ihre Programme nicht via Google TV verbreiten. Der Deutschlandstart ist für Anfang 2012 geplant. Der deutsche Privatsenderverband VPRT äußerte sich 2010 ebenfalls skeptisch: Sollte Google eigene Werbung schalten, sei das eine Bedrohung für das Geschäftsmodell der Sender.

Revue bekam keine guten Kritiken und wurde etwa von einem Journalisten als "kompliziert, klotzig und konfus" bezeichnet. Zu der Set-Top-Box gehört noch eine drahtlose Tastatur mit einem kleinen Trackpad. (jes)