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Lohnangleichung bei Google: Männer stärker unterbezahlt

Von der jüngsten Lohnangleichung bei Google haben Männer überdurchschnittlich stark profitiert. Die Daten zeichnen aber kein komplettes Bild.

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Google

(Bild: dpa, Christoph Dernbach/Ilustration)

Auf Basis von internen Vergleichen hat Google 2018 die Gehälter von mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angepasst; von den Lohnsteigerungen haben mehr Männer als Frauen profitiert. Insgesamt seien durch die Maßnahme 9,7 Millionen US-Dollar (rund 8,6 Millionen Euro) mehr in Gehälter gesteckt worden, im Schnitt bekommen die Profiteure also pro Jahr 908 US-Dollar mehr Geld.

Zwar seien 69 Prozent der Mitarbeiter von Google männlich, von dem zusätzlichen Geld sei aber ein höherer Anteil an Männer gegangen, schreibt die New York Times. Das habe so gut wie jeden überrascht, ergänzt die US-Zeitung.

Wie Google erklärt, gibt es das Lohnangleichungsprogramm seit 2012. Dabei würden alle hinreichend großen Beschäftungsgruppen überprüft und nach statistisch signifikanten Ausrutschern bei den dort gezahlten Gehältern gesucht. Wer dadurch im Vergleich zu wenig bekommt, erhalte dann eine Lohnsteigerung, um die Diskrepanz auszugleichen.

Im vergangenen Jahr wurde der Maßnahme besonders viel Aufmerksamkeit zuteil, weil Mitarbeiter gegen Sexismus in dem Konzern protestiert hatten. Unter dem Hashtag #GoogleWalkout hatten sie für mehr Gleichberechtigung demonstriert.

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Dass von der jüngsten Lohnangleichung Männer überdurchschnittlich stark profitiert haben, sei angesichts dieser Entwicklung überraschend, schreibt die New York Times. Die Zeitung ergänzt aber, dass angesichts fehlender weiterer Daten unklar sei, welche Ursachen das hat.

So gehe Google nicht darauf ein, ob Frauen in niedrigeren Gehaltsgruppen bei dem Unternehmen eingestellt würden als Männer mit vergleichbarer Qualifikation. Wichtig sei auch, dass Google strukturelle Hürden beseitige, fordert ein Experte. Bedenkenswert ist noch, dass die erhöhten Gehälter zwar in der Summe überdurchschnittlich an Männer ging, Frauen könnten aber zahlenmäßig stärker profitiert haben. (mho)