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Lotse soll Patentrecherche vereinfachen

Ein erteiltes Patent bedeutet ein wirtschaftliches Monopol für bis zu 20 Jahre. Nach dem Patentgesetz ist dafür im Gegenzug die Offenlegung der technischen Erfindung erforderlich. Die Exklusivität des Patentinhabers bezieht sich also lediglich auf die wirtschaftliche Nutzung. Patentliteratur ist daher von je her eine beliebte Quelle zum Auffinden von Lösungen und Ideen für technische Probleme.

Um diese Informationen leichter auffindbar zu machen, haben die Patentinformationszentren (PIZ) Darmstadt und Kassel eine neue Dienstleistung unter dem Namen Patentlotse entwickelt. Dabei handelt es sich um einen interaktiven Dienst, bei dem das Know-how der PIZ-Mitarbeiter bei der Online-Recherche zur Verfügung gestellt wird. Der Kunde kann vom eigenen Rechner im Büro oder zu Hause aus beobachten, wie ein erfahrener Mitarbeiter eine Suchstrategie entwickelt. Ähnlich wie ein Lotse im Hafen, kann das PIZ auch korrigierend bei der Recherche eingreifen. Parallel zum so genannten Co-Browsing gibt es die Möglichkeit, telefonisch mit den Mitarbeitern Kontakt aufzunehmen.

Mit diesem Konzept soll es jetzt möglich sein, eine professionelle Suche vom eigenen Schreibtisch aus vorzunehmen. Die entwickelte Softwarelösung soll nicht nur den Arbeitsablauf erleichtern, sondern auch schneller zum Ziel führen. Denn der Fundus an geschützten Ideen ist groß. Alleine im Jahr 2001 wurden knapp 130.000 Patente angemeldet. Die Internetdatenbanken der Patentämter enthalten nach jüngsten Schätzungen mehrere 10 Millionen Patentschriften aus allen denkbaren Technikgebieten.

Die Rundumbetreuung der Patentinformationszentren hat allerdings einen Preis. In der Einführungsphase berechnet das PIZ Kassel 5 Euro pro Viertelstunde. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer. Später soll der Dienst 15 Euro plus Mehrwertsteuer kosten. (Jörg Birkelbach) / (Jörg Birkelbach) / (em)

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