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Lotsen wollen enftührte Flugzeuge fernlenken

Der Absturz einer Germanwings-Maschine im März hat den Chef der Deutschen Flugsicherung dazu veranlasst, an einem bereits beendeten Forschungsprojekt anzuknüpfen.

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Lotsen wollen Flugzeuge im Notfall fernlenken

Flugsicherung in Bremen

(Bild: DFS)

Klaus-Dieter Scheurle, CEO der Deutschen Flugsicherung (DFS), ist zum Jahresrückblick seines Unternehmens auf den Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März eingegangen, die offenbar vom Co-Piloten absichtlich herbeigeführt wurde. In dem Zusammenhang regte er an, über ein Anti-Hijacking-System nachzudenken, mit dem es möglich ist, die Kontrolle über ein Flugzeug in einer Notsituation vom Boden aus zu übernehmen und es sicher zu landen.

Dabei brachte er das EU-Forschungsprojekt SOFIA ins Spiel. Es arbeitete von 2006 bis 2009 an einem Fernsteuerungssystem, durch das es möglich sein soll, beispielsweise im Fall einer Entführung die Kontrolle über das Flugzeug vom Cockpit aus per Flug-Rekonfiguration zu verhindern und vom Boden oder von einem Abfangjäger aus zu übernehmen. An die Ergebnisse dieses Projekts könne angeknüpft werden.

SOFIA ging aus dem 2004 als Antwort auf die Anschläge vom 11. September 2001 aufgenommenen Projekt SAFEE (Security of Aircraft in the Future European Environment) hervor und umfasste einen Etat von knapp 5 Millionen Euro. An dem Projekt beteiligten sich neben der DFS unter anderem Rheinmetall Defence Electronics und Thales Avionics.

2009 wurde SOFIA in einem Simulator getestet, aber nicht mehr mit einem realen Flugzeug. Die Technik wurde als grundsätzlich machbar eingeschätzt. Warum das Projekt eingestellt wurde, konnte Scheurle nicht sagen. Er wolle seinen Vorschlag der nationalen Task Force zur Flugsicherheit vorlegen. (anw)

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