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Lotus Notes 8 ist fertig

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IBM kündigt die Version 8 von Lotus Notes und Domino an. Kunden und Partner können die Software am 17. August in englischer Sprache bekommen. Die deutsche Version folgt etwa einen Monat später.

Notes 8 ist die größte Überarbeitung, seit Lotus die Software 1989 nach fünfjähriger Entwicklung erstmals vorstellte. Der Notes-Client wurde auf eine Plattform umgestellt, die Lotus Expeditor nennt. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung der Eclipse Rich Client Platform. Auf dieser Basis soll Notes auf Windows, Linux und Mac OS X laufen. Da die Mac-Plattform derzeit noch nicht zufriedenstellend funktioniert, müssen Mac-Anwender allerdings zumindest bis zum ersten Maintenance Release warten, um ebenfalls Notes 8 nutzen zu können. Mit einer Beta wird zur Lotusphere 2008 gerechnet.

Hinter der Expeditor-Fassade arbeiten weiterhin die bekannten Notes-Routinen. Damit verspricht IBM eine hundertprozentige Kompatibilität vorhandener Anwendungen. Für Windows stellt IBM darüber hinaus auch die klassische Konfiguration des Notes-Clients ohne Expeditor zur Verfügung, um Kunden mit unzureichender Hardware zu bedienen. Die spezialisierten Clients für die Entwicklung von Anwendungen und die Administration der Domino-Server basieren noch nicht auf Expeditor und sind deshalb nur auf Windows lauffähig. Domino Web Admin, die im Browser laufende Ajax-Anwendung zur Administration der Server, funktioniert jedoch unter allen Zielplattformen mit dem Firefox sowie unter Windows mit Microsofts Internet Explorer.

Mit der Umstellung auf Expeditor hat IBM die Benutzerschnittstelle von Notes komplett überarbeitet. Mit den so genannten Productivity Editors integriert IBM Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation aus OpenOffice direkt in die Notes-Oberfläche. Die Software liest SmartSuite-Dateien sowie liest und schreibt Dateiformate von Microsoft Office, StarOffice sowie die standardisierten OpenDocument-Formate. Auf Basis der neuen Plattform können Anwender nun zusammengesetzte Anwendungen (Composite Applications) aus Notes-Programmen und anderen Expeditor-Komponenten konfigurieren.

Die Modernisierung der Benutzeroberfläche von Notes ist höchst willkommen. Wie die Notes-Anwender mit der neuen Technologie klar kommen, muss man allerdings zunächst abwarten. Einerseits sind die Anforderungen an die Hardware, insbesondere den Arbeitsspeicher, höher; Multiuser-Systeme wie Citrix Metaframe oder Windows Terminal Server werden derzeit nicht unterstützt. Andererseits öffnet sich Notes nun für Anwendungen, die bisher auf dieser Plattform schlecht zu implementieren waren. Transaktionsorientierte J2EE-Anwendungen finden in Expeditor einen passenden Client, über Composite Applications lassen sich Querverbindungen zu Notes herstellen. Mit Notes 8 könnte IBM dem Expeditor, der bislang wenig erfolgreich als Workplace Client firmierte, zum endgültigen Durchbruch verhelfen. (vowe)

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