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Lotusphere: IBM zeigt Smart Client auf Eclipse-Basis

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In der Eröffnungsveranstaltung der Lotusphere in Orlando zeigte IBM eine Rückkehr des Fat Clients. Anstelle einer rein auf Browser-Basis funktionierenden Web-Anwendung tritt wahlweise ein vom Portalserver verwalteter, lokaler PC-Client, der die Anwendung vollständig selbst ausführen kann, selbst wenn er nicht mit dem Server verbunden ist. Statt der Unterscheidung zwischen Thin Client und Fat Client spricht man hier eher vom Smart Client, der die Vorteile von einfacher servergestützter Applikationsverwaltung mit denen einer nativen Anwendung auf dem Client verbindet. Mike Rhodin, Entwicklungschef von Lotus, zeigte dabei keineswegs nur vorgefertigte Präsentationen, sondern den tatsächlichen Entwicklungsstand.

IBM nennt die Software Workplace Client, sie soll mit dem Release 2.0 von IBM Lotus Workplace in vier Monaten ausgeliefert werden. Als technische Basis dient das Eclipse Framework, eine lokale Datenbank, die aus dem Cloudscape-Projekt hervorging, das IBM mit Informix erwarb, sowie eine SyncML-Engine, die Daten und Anwendungen zwischen Client und Server austauscht.

Der zentrale Angelpunkt bleibt Lotus Workplace, eine Anwendung auf Basis des WebSphere Portal Server und damit auch dem WebSphere Application Server. Über Policies lässt sich festlegen, welche Nutzer auf welche Anwendungsprogramme zugreifen und ob sie diese im Workplace Client verwenden können. Der Client wird dann über den Browser heruntergeladen und lokal installiert. Alle weiteren Updates des Client Frameworks und der Anwendungen werden dann vom Portal gesteuert.

IBM zeigt neben den üblichen Mail- und Kalender-Portlets auch eine Anbindung an Siebel und die Integration einer normalen Notes-Anwendung, wohlgemerkt nicht über den HTTP-Task interpretiert, sondern lokal ausgeführt. Das wirft einige interessante Fragen auf, weil IBM derzeit nur eine vollständige Implementierung des Clients für Windows und eine beinahe vollständige für den Mac hat. Für die Demo konnte IBM einen OLE-Container mit einem Zugriff auf zentrale Notes-DLLs nutzen. Da der Workplace Client aber auch unter anderen von Eclipse unterstützen Betriebssystemen -- insbesondere Linux -- laufen soll, bleibt hier noch einige Arbeit zu tun. Auf Nachfrage bestätigte IBM, dass man sich noch nicht endgültig entschieden habe, wie diese Komponente realisiert wird. Man werde sich jedoch nicht mit einem Subset der aktuellen Notes-APIs begnügen. Der Workplace Client werde in der Lage sein, jede vorhandene Notes-Anwendung auszuführen.

Kann man Workplace Client damit als direkten Nachfolger von Notes ansehen? IBM verneint das. Kein Kunde werde dazu angehalten, die Plattform zu wechseln, wiederholte Lotus General Manager Dr. Ambuj Goyal mehrfach in seiner Keynote und verwies dabei auf "Notes 8.0", um ein fortgesetztes Engagement für Notes und Domino zu bekräftigen. (Volker Weber) / (anw)

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