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Lotusphere: Montreal, Seoul, Nagano, Moscow, Barcelona, Atlanta

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Die verschiedenen Arbeitstitel, mit denen IBM auf der Lotusphere mangels endgültig verabschiedeter Produktnamen operiert, sind noch ziemlich unhandlich: Domino Toolkit, RAD (Rapid Application Development) für J2EE, Next Generation E-Mail, Re-inventing E-Mail. Viel griffiger sind die Projektnamen, die alle nach olympischen Städten benannt sind. Montreal und Seoul, zwei der Projektnamen, sind vorige Woche bereits durch die Presse gegangen. Diese Woche wird nun klarer, was genau dahinter steckt.

Montreal ist der Projektname für das Domino Toolkit, das Domino-Designelemente bestehender Anwendungen in WebSphere Studio verfügbar macht. Das Toolkit fügt eine weitere Perspektive in das Eclipse-Framework ein, aus der sich Designelemente per Drag & Drop etwa in Java Server Pages (JSP) ziehen lassen. Die JSP wird dann um passende Custom Tags ergänzt. Mit Seoul will IBM noch einen deutlichen Schritt weitergehen. Hier geht es darum, dem Domino Designer ähnliche RAD-Fähigkeiten in das WebSphere Studio einzuführen. Diese müssen sich dann keineswegs auf Domino-Anwendungen beschränken.

Nagano bezeichnet das Next Generation E-Mail. Mit diesem Produkt will IBM einen neuen Mailserver etablieren, der sich vor allem durch eine große Skalierbarkeit von kleinsten Server bis zu großen Maschinen mit bis zu 250.000 Anwendern auszeichnen soll. Nagano soll im zweiten Quartal erscheinen und dieses Jahr in Abstand von etwas drei Monaten noch zwei weitere Updates erfahren.

Das Projekt Moscow thematisiert IBM auf dieser Lotusphere nicht. Voriges Jahr jedoch zeigte Lotus einen Research-Prototyp, der einige Ideen für einen völlig neuen E-Mail-Client zeigte. Dabei geht es vor allem darum, "Power User" zu befähigen, große Mengen von E-Mails zu handhaben, ohne darin den Überblick zu verlieren. Noch sind die Spezifikationen ziemlich unbekannt, IBM sagt jedoch zu, dass dieser Client sowohl mit Domino- als auch mit Nagano-Servern kooperieren wird. In jedem Fall wird es sich dabei nicht um eine Browser-Lösung sondern um einen "Fat Client" handeln.

Die Liste der olympischen Städte ist lang und bietet genügend Platz für weitere Projektnamen. Barcelona etwa ist ein Quickplace-ähnlicher Nachfolger auf J2EE-Basis, und Atlanta ein Projekt, das der ganzen Next-Generation-Architektur die nötige Infrastruktur ìn Form von Administration, Management und ähnliche Funktionen bietet.

Da IBM die Projektnamen nicht öffentlich verwendet, findet man sie eigentlich nur während der Präsentationen, etwa in Browser-URLs, in Screenshots und ähnlichem Material. Spricht man IBM-Mitarbeiter auf diese Namen an, dann bekommt man als Reaktion häufig nur rote Ohren und betretenes Schweigen. Es besteht deshalb durchaus ein Risiko, dass wir trotz aller gebotenen Sorgfalt etwas durcheinander geworfen haben. (Volker Weber) / (anw)

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