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Lotusphere: Zwei neue Notes-Clients angekündigt

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Gleich zwei neue Clients für den Domino-Server kündigte Lotus auf der Entwicklerkonferenz Lotusphere an, die heute in Orlando, Florida, begonnen hat. So vernahmen die Teilnehmer leicht erstaunt, dass Lotus die Microsoft-Erfindung MAPI wieder vollständig unterstützen will. Damit ließe sich in Zukunft auch Microsofts Outlook als Client für einen Domino-Server einsetzen -- wohl eine implizite Anerkennung, dass der Software-Konzern aus Redmond den Desktop-PC und den Markt für Office-Anwendungen beherrscht.

Diese MAPI-Unterstützung bezeichnet Lotus zusammen mit der Möglichkeit, über Internet-Protokolle wie SMTP, POP, IMAP oder HTTP auf einen Domino-Server zuzugreifen, als iNotes. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein separates Stück Software für Anwender; vielmehr ist es eine Art Marketing-Begriff, der alle Funktionen charakterisieren soll, mit denen ein Zugriff auf den Domino-Server ohne echten Notes-Client möglich ist.

Mike Zisman, Executive Vice President Strategy bei Lotus, erklärte auf der Lotusphere aber gleich, die Ankündigung von iNotes heiße nun nicht, dass die Firma am eigentlichen Notes-Client Abstriche mache. Lotus habe allerdings festgestellt, dass die Nachfrage nach dem Notes-Client umso größer werde, je mehr Protokolle und andere Client-Software unterstützt würde.

In Zukunft möchte Lotus darüber hinaus auch Nutzern von PDAs und ähnlichen Geräten verbesserten Zugriff auf Domino-Server bieten. Dafür ist Mobile Notes gedacht -- auf 3Coms Palm beispielsweise bietet die Software nicht nur Abgleich von Mail, Kalender oder To-Do-Liste mit dem Server, sondern eine komplette Unterstützung für Domino-Anwendungen. Dazu gibt es auch eine eigene Oberfläche auf dem Palm, die versucht, das Aussehen des Notes-Clients auf dem PC nachzubilden.

Der scheidende Lotus-Chef Jeff Papows teilte zum Abschied von seinem Posten mit, Lotus habe 1999 das stärkste Wachstumsjahr der Unternehmensgeschichte erlebt. Im vierten Quartal allein habe Lotus 8,5 Millionen Lizenzen verlauft (Domino-Server einschliesslich Zugriffslizenzen). Das Unternehmen schaffte es im abgelaufenen Geschäftsjahr, die Anzahl der Notes-User von 34 auf 56 Millionen zu steigern. (Volker Weber) / (jk)

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