Luftfahrt-Präsident Henke fordert Versachlichung der Klima-Debatte

Ein Weckruf in Sachen Klima ist gut, aber eine einseitige Debatte sei für die Luftfahrt schädlich, sagt DGLR-Chef Rolf Henke.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 207 Beiträge

(Bild: Airbus)

Von

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR), Rolf Henke, hat zu einer sachlichen Debatte über Klimaerwärmung und Luftfahrt aufgerufen. "Ein Weckruf ist immer richtig, aber mit unspezifischen und unrealistischen, einfach nur laut geäußerten Forderungen unterdrücken wir das, was getan werden müsste: nämlich mit klaren Zielsetzungen und überlegt zu forschen, auch einmal zu verwerfen und zu entwickeln", sagte er am Montag auf dem Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress in Darmstadt.

Er warnte zudem vor den Folgen einer einseitigen Debatte bei dem Thema. "Mit der aktuellen Diskussion richten wir Schaden an", sagte er. Vielfach seien Debatten wenig zielführend. Als Beispiel nannte er das Fliegen mit E-Motoren. Dabei müsse man nicht nur den unmittelbaren CO2-Ausstoß betrachten, sondern auch den Lebenszyklus der Technik und die Gewinnung der dafür nötigen Rohstoffe. "Das Resultat kann sein, dass elektrisches Fliegen sich nur in bestimmten Umgebungen lohnt."

Im August hatte Hannovers Flughafen-Chef Raoul Hille prophezeit, dass CO2-freies Fliegen innerhalb von 20 Jahren möglich sei. Dafür müssten synthetische Treibstoffe stärker erforscht und genutzt werden. Hille schlug vor, dafür die Luftverkehrsabgabe, die jährlich rund eine Milliarde Euro in die Kassen spült, zweckgebunden zu verwenden.

Bis Mittwoch diskutieren nach Veranstalterangaben rund 600 Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie beim Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress über Chancen, Visionen und Ideen für die Zukunft. (mit Material der dpa) / (olb)