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Lycos Europe will mit neuem Portal Jubii Marktführer werden

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Europas viertgrößtes Internetportal Lycos Europe will sechs Wochen nach dem Auftakt in den USA auch in Europa seine neue Plattform Jubii an den Start bringen. Bisher gebe es in den USA mehrere tausend Nutzer, sagte der Chef der Lycos-Tochter Jubii, Jan Wergin, der Deutschen Presse-Agentur. Am kommenden Montag gehe die neue Internetplattform Jubii in Deutschland an den Start, danach in der jeweiligen Landessprache auch in anderen europäischen Ländern. In Deutschland hätten sich bereits rund 1400 Nutzer vorregistriert. "Wir haben es gemacht, um Marktführer zu werden", kündigte er an.

Auch die rund sechs Millionen Lycos-Mail-Nutzer sollen an das neue Portal gehen, sagte Wergin weiter. "Wir sind an einem Punkt gelangt, wo wir uns neu entwickeln müssen, der Markt hat sich verändert." Zu den wichtigsten Trends zähle die digitale Kommunikation: Das Portal biete daher ein E-Mail-Programm, ermögliche aber auch den Austausch von Fotos, Dateien und Videos sowie Internet-Telefonie. "Davon redet jeder, aber viele nutzen es nicht", sagte Wergin. Zunächst seien die Angebote kostenlos.

All das ist zwar nicht neu. Bisher gebe es aber für die einzelnen Arten der Kommunikation Spezialanbieter mit eigenen Webseiten. "Da ist keiner, der sagt, die Schnittmenge ist so groß, dass man sie in einem Produkt zusammenfassen kann", erklärte der Jubii-Chef. "Wir haben etwas gebaut, was es so umfassend am Markt nicht gibt." Zu den erwarteten Nutzerzahlen wollte er sich nicht äußern, auch nicht zum angepeilten Umsatz. "Ich verspreche mir ein sehr schönes Wachstum", sagte er. Nach und nach sollten alle Lycos-Services außer der Internetsuche an Jubii übertragen werden.

Der Jubii-Start in den USA hat nach Wergins Angaben aber auch rechtliche Gründe. Lycos Europe habe den Namen von der amerikanischen Lycos Inc. lizensiert und verfüge über Namensrechte in Europa, aber nicht in den USA. Jubii als führendes Internetportal in Dänemark sei im Jahr 2000 gekauft worden - mit weltweiten Namensrechten.

Lycos Europe hatte 2006 dank des Verkaufs einer Beteiligung erstmals einen Überschuss nach jahrelangen Verlusten erzielt. Das Nettoergebnis stieg auf 1,7 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) auf minus 13,1 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren seit dem Börsengang im Jahr 2000 hatte Lycos Europe dreistellige Millionenverluste eingefahren.

(Thomas Strünkelnberg, dpa) (pek)