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Lycos stellt kostenlosen Mail-Service ein

Der Internet-Veteran Lycos stellt seinen kostenlosen Mail-Service ein. Künftig gibt es nur noch eine Bezahlversion – doch wer braucht die eigentlich noch?

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Lycos stellt kostenlosen Mail-Service ein

Der Mail-Dienst mit Hund: Lycos. (Ja, den gibt's noch.)

Lycos gehörte einst zu den großen Internetportalen im frühen Web. Doch dann geriet der Name in Vergessenheit und andere übernahmen im "Web 2.0" die Führung – allen voran Google. Tatsächlich aber war Lycos nie richtig tot: Wer will, kann bis heute seine Mails über Lycos.com empfangen. (Eine deutschsprachige Variante gibt es nicht mehr.) Nun aber die schlechte Nachricht: Der Dienst stellt zum 15. Mai sein kostenloses Angebot ein, danach gibt es Mails nur gegen Bezahlung. Nutzer können bis zum Abschalttermin ihre Mails und Kontakte exportieren; Zugriff via IMAP und POP werden dann abgeschaltet.

Als Grund für die Einstellung des kostenlosen Dienstes erklärte der einstige Netzpionier, dass das werbefinanzierte Angebot nicht mehr genug Geld abwirft, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wer seine Mails weiterhin über Lycos empfangen will, muss entweder 4,95 US-Dollar im Monat bezahlen oder 19,95 Dollar pro Jahr. Langfristig denkende Sparfüchse investieren 49,95 Dollar für 3 Jahre. Für das Geld bietet Lycos 5 GByte Speicherplatz, IMAP, POP und eine Webmail-Oberfläche ohne Werbebanner. Der Nachteil: Die Mails liegen auf US-Servern und sind damit in Reichweite von Geheimdiensten.

Allerdings ist die Konkurrenz für Lycos stark und bietet mehr: Gmail von Google und Outlook von Microsoft etwa bieten in ihren Gratis-Accounts je 15 GByte Speicherplatz. Nutzer, denen der Datenschutz am wichtigsten ist, wählen lieber Anbieter wie Posteo oder ProtonMail. Das Angebot ist also vielfältig, wodurch Lycos es sehr schwer haben wird, viele zahlende Kunden zu finden.

Früher, als Lycos noch florierte, gehörten zu der Suchmaschine ein Web-Verzeichnis und der Hosting-Dienst Tripod. Bekanntes Markenzeichen ist bis heute ein schwarzer Labrador. Das Ende von Lycos Europa wurde bereits 2008 besiegelt. (dbe)

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