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Lyft: Trotz tiefroter Zahlen in Richtung Börse

Der Rivale von Uber ist bisher nur in den USA und Kanada aktiv. Trotz hoher Verluste spekulieren Branchen-Insider auf einen milliardenschweren Börsengang.

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Lyft: Trotz tiefroter Zahlen in Richtung Börse

(Bild: Lyft)

Der US-Fahrdienstvermittler Lyft steuert mit rasantem Wachstum, aber auch mit hohen Verlusten, auf seinen Börsengang zu. Der Uber-Konkurrent ist bisher nur in Nordamerika aktiv. Das Unternehmen verdoppelte dort seinen Umsatz im vergangenen Jahr zwar auf 2,16 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro). Dies geht aus dem am Wochenende von Lyft veröffentlichten Börsenprospekt hervor. Aber zugleich stieg auch der Verlust binnen eines Jahres von 688 Millionen auf 911 Millionen Dollar. Lyft liefert sich in den USA in einen Preiskampf mit Uber.

Der veröffentlichte Börsenprospekt von Lyft enthält noch keine Angaben dazu, wie viel Geld die Firma bei der Aktienplatzierung heben will und welche Gesamtbewertung dabei angestrebt wird. Nach Informationen des Silicon-Valley-Branchendienstes The Information strebt Lyft einen Erlös von ein bis drei Milliarden Dollar bei einer Gesamtbewertung zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar an.

Das kalifornische Unternehmen liefert sich beim Börsengang eine Art Wettrennen mit Uber. Der Finanzdienst Bloomberg hatte im Oktober unter Berufung auf Insider von einer möglichen Gesamtbewertung von 18 bis 30 Milliarden Dollar berichtet. Zum Vergleich: Bei Ubers Börsengang, dessen Vorbereitungen ebenfalls auf Hochtouren laufen, wird auf eine Bewertung von bis zu 120 Milliarden Dollar spekuliert.

Lyft hatte im Schlussquartal vergangenen Jahres 18,6 Millionen aktive Nutzer, die 178,4 Millionen Fahrten absolvierten. Die Firma ist auch im US-Markt kleiner als Uber, will aber mit dem Versprechen eines nachhaltigeren Wirtschaftens zusätzlich bei Investoren punkten. Ebenso wie Uber stieg Lyft ins Geschäft als Fahrradverleiher ein.

Zu den frühen Geldgebern, die vom Börsengang mit deutlichen Wertsteigerungen ihrer Einsätze profitieren dürften, gehören der japanische Online-Händler Rakuten, der Google-Mutterkonzern Alphabet und der Autokonzern General Motors. Die beiden Gründer Logan Green (35) und John Zimmer (34) wollen sich auch nach dem Börsengang die Kontrolle mit speziellen Aktien sichern, die jeweils 20 Stimmrechte haben, während es bei anderen Investoren nur eine Stimme pro Anteilsschein ist. (ktn)