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MIT-Arbeitsforscher erwarten vermehrt Jobverluste in der Mittelschicht

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Technology Review
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In ihrem Buch "Race Against the Machine" gehen die beiden MIT-Arbeitsforscher Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee der Frage nach, wie stark die Automatisierung Arbeitsplätze kostet – und deuten die zunehmenden Jobverluste etwa in den USA damit, dass Computertechnik "White Collar"-Jobs im Büro- und Dienstleistungsbereich vernichtet.

Wer heute an einem Flughafen eincheckt, kann diese Entwicklung sofort selbst wahrnehmen: Wo früher ein Haufen Flughafenpersonal die Check-ins abwickelte, erledigen das heute überwiegend Automaten, in die man seine Flug- oder Kreditkartennummer eingibt. Die Zunahme der Produktivität pro Arbeitsplatz mag Ökonomen erfreuen. Die Kehrseite dieser Entwicklung ist den Autoren zufolge jedoch, dass noch mehr Wohlstand auf noch weniger Menschen konzentriert wird, während nun auch die Mittelschicht immer stärker um ihre Jobs fürchten muss.

Im Interview mit Technology Review sagte McAfee nun, er fürchte, dass dies eine Gefahr für die Verhältnisse in der Gesellschaft darstellt. "Die Schere zwischen Besitzenden und Habenichtsen klafft immer weiter auseinander. Mehr noch: Nach absoluten Zahlen sinkt der Lebensstandard der mittleren und der unteren Gesellschaftsschicht." So eine Wirtschaft behage ihm nicht.

"Eltern würde ich empfehlen, ihre Kinder etwas lernen zu lassen, was Maschinen nicht sehr gut können. Computer sind zum Beispiel immer noch lausige Programmierer", sagt McAfee. Er könne heutzutage jedem Jugendlichen nur dazu raten, sich ins Zeug zu legen und eine doppelte Ausbildung zu machen: "Eine allgemeine in Geisteswissenschaften und kreativen Tätigkeiten sowie eine naturwissenschaftliche an der Universität." Die Automatisierung von Wissen sei aber noch weit entfernt. "Es ist sehr schwierig, einen Computer Tätigkeiten ausführen zu lassen, die ein vierjähriges Kind kann – etwa durch ein Zimmer zu gehen, einen Stift in die Hand zu nehmen und ihn als Stift zu erkennen."

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(bsc)