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Technology Review

Boston Metal will Stahl mittels Elektrolyse produzieren

Seit Jahrzehnten wird Stahl unter hohen Emissionen mit Hilfe von Hochöfen und Koks erzeugt. Ein völlig neues Verfahren könnte die Produktion sauberer machen.

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MIT-Ausgründung Boston Metal will Stahl mittels Elektrolyse produzieren

(Bild: Boston Metal)

Das Start-up Boston Metal, eine Ausgründung aus dem MIT, will mit einem grundlegend neuen Verfahren die Kohlendioxid-Emissionen bei der Herstellung von Stahl verringern. Derzeit läuft eine große Finanzierungsrunde, nach deren Abschluss das Unternehmen plant, eine Demonstrationsanlage zu bauen und sein Verfahren für die Verwendung im industriellen Maßstab weiterzuentwickeln. Wenn das funktioniert, könnte ein Sektor, der derzeit die weltweiten Emissionen um rund 5 Prozent erhöht, deutlich sauberer werden. Das berichtet Technology Review online in "Stahl produzieren ohne Koks".

Beim heute wichtigsten Verfahren zur Stahlproduktion wird Eisenoxid zusammen mit Koks – einer harten, porösen Substanz auf der Grundlage von Kohle – in einen Hochofen eingebracht. Bei hohen Temperaturen wird aus dem Koks Kohlenmonoxid, das dem Eisen Sauerstoff entzieht. So entsteht ein Zwischenprodukt, das als Roheisen bezeichnet wird – und außerdem Kohlendioxid, das in die Atmosphäre entweicht. Durch diese und andere Prozess-Schritte gelangen pro Jahr rund 1,7 Gigatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre – wenn man die Brennstoffe vernachlässigt, die für den Hochofen selbst benötigt werden.

Als Alternative hat Boston Metal eine Elektrolysezelle entwickelt. Oben befindet sich eine Anode, die Kathode bildet eine dünne Schicht Metall am Boden. Diese positiven und negativen Elektroden wirken zusammen wie eine Art Pumpe, die Elektronen durch das Elektrolyt – eine Mischung aus metallischen Mineralien und anderen Oxiden – in der Kammer treibt. Wenn eine elektrische Spannung dieses Gemisch aufheizt, steigt aus dem Eisen befreiter Sauerstoff in Blasen auf, das entstehende Metall sammelt sich am Boden. Wenn der Bediener dann eine Sperre an der Vorderseite öffnet, fließt in einem glühenden Strom geschmolzenes Metall aus der Zelle.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)

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