MPEG bekommt Konkurrenz

Hohe MPEG-Lizenzgebühren haben in China zu einer erstaunlichen Reaktion geführt: Die "Audio Video Coding Standard Working Group" will die Kompressionsalgorithmen nachprogrammieren und zu günstigeren Konditionen anbieten als die Originale.

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Von
  • Peter Röbke-Doerr

Hohe Lizenzgebühren für die Nutzung von MPEG-Komprimierungsverfahren haben in China zu einer erstaunlichen Reaktion geführt: Die "Audio Video Coding Standard Working Group of China" (www.avs.org.cn) will die entsprechenden Kompressionsalgorithmen für die Bereiche Digitalfernsehen, DVD und HDTV, Video-Conferencing, Video-on-Demand, Audio und Mobilkommunikation unter eigener Regie neu entwickeln und zu niedrigeren Preisen auf den Markt bringen. Trotzdem soll die neue Technik zu den bisherigen Standards kompatibel sein.

Der AVS gehören mehr als 50 Universitäten und Industriefirmen in und auch schon außerhalb Chinas an. Zu den jüngsten Mitgliedern gehören STMicroelectronics Ltd und das R & D Center von LG Electronics. Schon länger dabei sind so bekannte Unternehmen wie das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Dolby Laboratories, Microsoft Research Asia und IBM. Den Auftrag zur Entwicklung des neuen Standards bekam das Institute of Computing Technology of the Chinese Academy of Sciences (CAS) unter Leitung von Professor Wen Gao. Im Rahmen von mehreren Konferenzen plant die AVS im Dezember einen Kongress, auf dem die ersten Ergebnisse und möglicherweise auch die ersten Codecs präsentiert werden sollen. (roe)