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MWC 2016: Alles ist mobil

Wenn am Montag der Mobile World Congress in Barcelona beginnt, haben viele große Hersteller ihre Neuheiten schon gezeigt. Doch gibt es auf der boomenden Messe mehr als nur neue Smartphones und Gadgets. Es geht vor allem ums Geschäft.

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Haupteingang der Fira de Barcelona Gran Via.

Am Montag öffnet die Fira Barcelona wieder ihre Tore für den MWC.

(Bild: heise online/vbr)

Am Montag ist es wieder soweit: Die internationale Mobilfunkbranche kommt in Barcelona auf dem Mobile World Congress (MWC) zusammen. Zum dreißigsten Mal findet diese Veranstaltung nun statt, seit zehn Jahren ist sie in der katalanischen Metropole zu Gast. Angefangen hat das alles 1987 – dem Jahr, als der GSM-Standard geboren wurde – in London mit dem GSM World Congress. Seither hat sich diese Branche verändert wie kaum eine andere. Das spiegelt auch das Motto der Messe im Jubiläumsjahr wider: "Mobile is everything".

Und das ist nicht mal übertrieben. Denn eines der großen Themen für die Branche ist das Internet der Dinge, neudeutsch "Internet of Things" oder "IoT". Bei der Vernetzung von allem, was Strom verbraucht, wollen die Mobilfunker eine maßgebliche Rolle spielen. Dafür müssen sie ihre Netze aufbohren, damit sich die vielen Empfänger darin nicht gegenseitig stören. Wenn Autos im Straßenverkehr oder medizinische Geräte über Funk miteinander sprechen, können Verbindungsabbrüche tödlich sein.

MWC 2015: Abseitiges und Schräges (23 Bilder)

Yezz hatte noch keine funktionstüchtigen Module für das modulare Smartphone von Google. Also stellte das Unternehmen beklebte Bauklötzchen aus. Und Medienvertreter standen Schlange, um die Klötze zu sehen.

Neben zahlreichen proprietären Protokollen, die das Internet der Dinge verwalten sollen, gibt es auch Bemühungen um globale Standards. Der nächste Mobilfunkstandard 5G soll nicht nur den zunehmenden Bandbreitenbedarf der Smartphone-Besitzer decken, sondern auch den Ansturm der Kühlschränke, Stromzähler und Autos auf das Netz bewältigen. An 5G arbeiten neben den Politikern, die Frequenzen freiräumen und Rahmenbedingungen schaffen müssen, auch die Netzbetreiber und Ausrüster wie Ericsson, Huawei und Nokia, für die der MWC ein Pflichttermin ist.

Natürlich gibt es in Barcelona auch neue Smartphones. Nahezu alle großen Hersteller zeigen auf dem MWC neue Modelle. Das geht schon am Sonntag los: LG, Samsung und Huawei zeigen ihre Neuheiten einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Messe, am Montag folgt dann auch Sony. Microsoft und Google sind ebenso vor Ort, sparen sich ihre Ankündigungen aber für andere Zeiten auf. Dazu kommen Neulinge wie Xiaomi und viele kleinere Hersteller, die die Hallen des Messegeländes in Barcelona füllen.

Doch ist der MWC mehr als eine Handymesse: Auch Wearables wie Fitnessbänder und Smartwatches gehören inzwischen zum festen Inventar der Messe. Für App-Entwickler hat der MWC vor einigen Jahren einen eigenen Bereich eingerichtet, der seither stetig wächst – während die Zahl der relevanten Betriebssysteme schrumpft. Relativ jung ist die parallel stattfindende 4YFN (Four Years From Now), auf der Start-Ups aus dem Mobilbereich auf Investoren treffen. Und die spanische Großstadt ist auch der richtige Ort, mal etwas auszuprobieren – zum Beispiel beim Trendthema Virtual Reality.

Darüber hinaus geht es vor allem ums Geschäft, weshalb sich auch die Chefs aller Branchengrößen auf den Weg nach Barcelona machen. Cesar Alierta, Vittorio Colao, Tim Höttges – die CEOs der großen europäischen Netzbetreiber sind nur einige der hochkarätigen Manager, die auf dem die Messe begleitenden Kongress sprechen. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Google-CEO Sundar Pichai werden erwartet, Stammgast Ford ist CEO Mark Fields vertreten.

Es besteht kein Zweifel: Der MWC boomt. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 93.000 Fachbesucher und Journalisten nach Barcelona. Wenn die Messe weiter wächst wie zuletzt, wird es in diesem Jahr sechsstellig. Der MWC beginnt am Montag, dem 22. Februar, und dauert vier Tage. Bereits am Sonntag zeigen die großen Hersteller ihre Neuheiten. heise online ist vor Ort und berichtet. (vbr)

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