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MWC 2016: Günstige Smartphones mit LTE, Fingerabdruckscanner und Android 6.0

Abseits der Flaggschiffe von Samsung und LG stellen kleinere Hersteller diverse Smartphones unter 300 Euro vor. Ein Blick darauf lohnt sich: Unter den Modellen von Acer, bq, Medion und Co. finden sich gute Kompromisse zwischen Anspruch und Preis.

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MWC 2016: Günstige Smartphones mit LTE, Fingerabdruckscanner und Android 6.0

Der MWC ist traditionell die Messe der Smartphone-Flaggschiffe. In ihrem Schatten stellen diverse Hersteller wie Acer, Alcatel, HTC und Wiko ihre Android-Smartphones vor, die meist nicht ganz so gut ausgestattet sind, dafür aber auch zu einem vernünftigen Preis verkauft werden. Wir haben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Neuvorstellungen der Messe von Smartphones unter 300 Euro zusammengestellt.

Das "S" im Acer Liquid Z630S entspricht einem eher behutsamen Update des Liquid Z630. Das Android-Smartphone ist bereits in Deutschland für 230 Euro erhältlich. Die größte Besonderheit ist wie beim Z630 der 4000-mAh-Akku, mit dem das Smartphone laut Hersteller bis zu 21 Stunden beim Telefonieren und fast einen Monat im Standby laufen soll. Verbessert hat Acer die Performance, außerdem gibt es das Smartphone jetzt mit 3 GByte RAM und 32 GByte internem Speicher, der per MicroSD erweitert werden kann. Das Smartphone im Plastik-Look bietet außerdem LTE und ein nicht besonders hoch auflösendes Display (720p) mit 5,5 Zoll Diagonale.

High-End-Ausstattung für 300 Euro hat das Archos Diamond 2 Plus: Full-HD-Display mit 5,5 Zoll, eine 20,7-Megapixel-Kamera, ein Fingerabdrucksensor, schnelles LTE Cat 6, 64 GByte integrierter Speicher und 4 GByte RAM sind Eckdaten, die man eigentlich bei teureren Geräten erwartet. Dazu kommt ein schickes Metallgehäuse und mit Android 6.0 ein Betriebssystem auf dem neuesten Stand. Ein Fragezeichen wirft lediglich der integrierte Mediatek-Prozessor Helio P10 mit acht Kernen auf: Ob er mit den Qualcomm-Prozessoren der teureren Smartphones mithalten kann, lässt sich erst nach einem ausführlichen Labortest so richtig abschätzen. Am Archos-Stand auf dem MWC machte das Smartphone aber einen durchaus flotten Eindruck.

Das spanische Unternehmen bq ist hierzulande vor allem für seine Ubuntu-Smartphones bekannt. Auf dem MWC gibt es aber auch ein neues Android-Smartphone zu sehen: Mit dem bq Aquaris X5 Plus überarbeitet bq das Aquaris X5, anders als der Vorgänger hat es einen Fingerabdrucksensor eingebaut hat und wird mit Android 6.0 ausgeliefert. Außerdem hat das LC-Display mit Full-HD eine höhere Auflösung und der neue Mittelklasse-Prozessor Snapdragon 652 ist eingebaut. Einen konkreten Preis nannte bq bisher noch nicht, das mit 16, 32 oder 64 GByte Speicher erhältliche Smartphone wird je nach Ausstattung vermutlich um die 300 Euro kosten.

HTC bringt zwei neue Smartphones der Desire-Serie nach Deutschland. Das Desire 530 für 220 Euro hat eine interessant gestaltetes Plastikrückseite im Farbklecks-Design wahlweise in den Farben Grau und Weiß zu bieten. Die Hardware geht in Ordnung, ist aber klar Einsteigerklasse: ein schwachbrüstiger Snapdragon 210, 16 GByte Flash, eine 8-Megapixel-Kamera und ein 5-Zoll-Display (1280x720).

Das Desire 825 hat das gleiche Design, ist aber mit 5,5-Zoll-Display (1280x720) größer und mit Snapdragon 400 und 13-Megapixel-Kamera besser ausgestattet. Der Preis ist für die technischen Spezifikationen ziemlich hoch: 350 Euro. Auf beiden Smartphones läuft Android 6.0.

Medion erweitert seine Mittelklasse-Linie um die vergleichsweise schicken Medion S5004 und Medion S5504. Beides sind solide "Brot-und-Butter"-Smartphones, die sich vor allem in der Display-Diagonale und im Preis unterscheiden. Das S5504 hat ein relativ großes Display mit 5,5 Zoll und 720p-Auflösung und kostet 250 Euro, das S5004 mit 5 Zoll und ebenfalls 1280 × 720 Pixeln 200 Euro. Das S5504 hat außerdem mehr Speicher (32 GByte Flash, 2 GByte RAM) als das S5004 (16 GByte, 1 GByte).

Beide Smartphones haben LTE, eine 13-Megapixel-Kamera und einen Dual-SIM-Slot. Minuspunkte gibt es für das veraltete Android 5.1. Herauskommen soll das S5504 im zweiten Quartal 2016, das S5004 soll schon im März erhältlich sein.

Das LG X Screen ist das erste Mittelklasse-Smartphone, das das Dual-Screen-Konzept des LG V10 übernimmt. Oberhalb des 4,9-Zoll-Displays hat es ein weiteres, 520 Pixel breites und 80 Pixel hohes Mini-Panel eingebaut, das nahtlos an das große Display anknüpft und Zusatzinfos angezeigt – beispielsweise die Icons der zuletzt geöffneten Apps. Im Standby blendet die Leiste ständig Informationen wie Uhrzeit und Batterie-Icon an. Es hat eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und einen nicht näher bezeichneten 4-Kern-Prozessor mit 1,2 GHz.

Im LG X Cam steckt auf der Rückseite dagegen eine Dual-Kamera, wie man es vom LG G5 kennt. Außer der normalen Kamera mit 13 Megapixeln gibt es ein Weitwinkel-Objektiv mit 5 Megapixeln. Der Prozessor hat 8 Kerne und taktet mit 1,18 GHz.

Beide LG-Smartphones haben 16 GByte Flash-Speicher, 2 GByte RAM, LTE und Android 6.0. Auf den Markt kommen sollen beide in den nächsten Monaten, einen Preis nennt LG noch nicht; er dürfte aber um 300 Euro liegen.

Der junge Smartphone-Hersteller Obi Worldphone um Ex-Apple-CEO John Sculley hat sich bisher auf Märkte in Asien und im nahen Osten konzentriert, das Obi MV1 soll aber auch nach Europa kommen. Es ist je nach Ausstattung mit 140 bis 150 Euro besonders günstig, sieht aber mit seinem schicken Polycarbonat-Gehäuse gar nicht so billig aus. Der Preis ist eine echte Kampfansage, denn die Ausstattung ist dafür mit 720p-Display, LTE und Dual-SIM ordentlich. Nur der schwachbrüstige Snapdragon 212 könnte potenziell für Ärger sorgen – auf dem Testgerät lief die Software aber einigermaßen flott. Alternativ zu Android 5.1 gibt es das Smartphone auch mit Cyanogen OS.

Der französische Hersteller Wiko ist mit seinen eher günstigen Smartphones aus den Elektronikmärkten in Deutschland fast schon nicht mehr wegzudenken. Auf dem MWC gab es gleich eine ganze Reihe neuer Smartphones zu sehen, die auch für den kleineren Geldbeutel was sind. Während das 230 Euro teure U Feel eine 13-Megapixel-Rückseiten-Kamera und 3 GByte RAM bietet, sind es beim 30 Euro billigeren Lite nur 8 Megapixel und 2 GByte.

Ansonsten haben das Wiko U Feel und das U Feel Lite 5 Zoll Diagonale messende LC-Displays mit 720p Auflösung, LTE, einen Dual-SIM-Slot und – in diesem Preisbereich ungewöhnlich – einen Fingerabdruckscanner. Das geht für um die 250 Euro in Ordnung. (acb)

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