MWC 2016: Jolla zeigt den Aqua Fisch, ein neues Smartphone mit Sailfish OS

Jolla hat sich von seiner Krise erholt und zeigt auf dem MWC das erste Smartphone mit Sailfish OS eines Partners. Zudem spricht man über große Expansionspläne und die Kooperation mit Fairphone.

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Das Intex Aqua Fisch ist das erste Smartphone mit lizenziertem Sailfish OS. Das 120 US-Dollar teure Smartphone wurde von Jolla auf dem MWC enthüllt.

(Bild: asp)

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Zusammen mit dem indischen Hersteller Intex zeigt Jolla auf dem MWC ein neues Smartphone mit dem alternativen Betriebssystem Sailfish OS. Zudem bringt man in einer Kooperation mit Fairphone Sailfish als Option auf das Fairphone 2. Nach der Krise der letzten Monate blickt Jolla optimistisch in die Zukunft und plant, sein Betriebssystem auf mehr Geräten unterzubringen.

Zukünftig soll die Lizenzierung der eigene Software an Gerätehersteller und Behörden im Vordergrund stehen, statt eigener Hardware. Das gescheiterte Jolla Tablet hatte fast das Unternehmen ruiniert, erst neue Investoren retteten Jolla im letzten Moment.

Die neue Strategie trägt mit dem Intex Aqua Fish erste Früchte. Das Smartphone hat ein 5-Zoll-Display mit 1280 × 720 Pixeln, einen nicht näher genannten Quad-Core-Prozessor mit 1,3 GHz und 2 GByte Arbeitsspeicher. Damit lief Sailfish OS auf den Testgeräten sehr flott. Die Steuerung des Geräts ausschließlich über Wischgesten klappte wie beim ersten Jolla Smartphone intuitiv und ohne Hakler. Der interne Speicher fasst 16 GByte und ist per MicroSD-Karte erweiterbar. Ein 2500-mAh-Akku und eine 8-Megapixel-Kamera stecken ebenfalls im Gerät. Spezialitäten wie die wechselbare und mit dem System interagierenden Cover des Jolla Smartphones gibt es nicht.

Wie gehabt unterstützt das installierte Sailfish OS 2.0 auch Android-Apps und kann eine umfangreiche Software-Auswahl bieten. Verkauft wird das Smartphone ab April vorerst nur in Indien für umgerechnet 120 US-Dollar. Interessierte Partner und Erfolg in Indien vorausgesetzt, könnte es laut Intex aber auch nach Europa kommen.

Intex Aqua Fish mit Sailfish OS (6 Bilder)

Das Intex Aqua Fish kommt mit Sailfish OS 2.0 und ist das erste Partnergerät mit dem alternativen mobilen Betriebssystem von Jolla.
(Bild: asp)

Außer dem Lizenzgeschäft mit dem Betriebssystem, wird man auch auf vorinstallierte Apps setzen. Für Indien sind der Musik-Streaming-Dienst Ganaa und der Online-Händler Snapdeal mit dabei, deren Angebote direkt vom Homescreen aus erreichbar sein werden. Jolla bezeichnet sie als Super-Apps, die die Nutzererfahrung deutlich verbessern sollen und auf den jeweiligen Markt zugeschnitten sein sollen. Sie sorgen aber auch für dringend benötigte Einnahmen. Auf dem Aqua Fish störten die beiden Apps zumindest nicht und fügten sich gut ins System ein.

Primäres Ziel für Jolla im Smartphone-Geschäft sind die sogenannten BRICS-Staaten wie Indien und Entwicklungsländer. Für Afrika wird man mit mi-Fone zusammenarbeiten, das im zweiten Quartal ebenfalls ein eigenes Gerät mit Sailfish OS zeigen will. Der Kern von Sailfish soll aber auch für andere Bereich lizenziert werden. Banken und Behörden sollen etwa von größerer Sicherheit und Privatsphäre profitieren. Bei der Umsetzung des besonders in Afrika stark verbreiteten mobilen Bezahlens aufs Smartphone bietet man sich ebenfalls als Partner an.

Wer nicht auf das Intex-Gerät warten will, der kann demnächst auch Sailfish als Option für das Fairphone 2 wählen. Das kündigte Olivier Hebert, Chefentwickler bei Fairphone, auf der Pressekonferenz an. Mit der Hilfe der Community und Jolla habe man das System inzwischen zu 90 Prozent portiert, ein halbes Jahr nach der ersten Ankündigung. Bevor es offiziell freigeben wird, müssten aber noch einige Kinderkrankheiten ausgeräumt werden. (asp)