MWC 2016: LG G5 - das etwas modulare Smartphone im Hands-on

Für neue Smartphones gilt: Wer wagt, der oft verliert. LG hat aus dem G5 dennoch mehr gemacht als eine verbesserte Version der Vorgänger. Im Kurztest wollten wir erfahren, ob Module und austauschbarer Akku reichen, um dem Galaxy S7 die Stirn zu bieten.

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LG G5: das etwas modulare Smartphone im Hands-on
Von
  • Hannes A. Czerulla

Technikaffine Android-Nutzer träumen weiterhin vom modular aufgebauten Smartphone. Einen winzigen Schritt in diese Richtung ist LG mit dem neuen Spitzenmodell G5 gegangen. Immerhin kann man das Gerät mit zwei (sehr speziellen) Hardware-Modulen aufrüsten. Im Kurztest fiel aber erstmal das hochwertige Metallgehäuse des Geräts auf. Dessen Unibody-Design erinnert an die Spitzenmodelle von HTC, ohne allerdings so klobig zu wirken.

Die Lautstärketasten platziert LG nicht mehr wie bei den Vorgängern auf der Rückseite, sondern baut sie wie jeder andere Hersteller an die Gehäuseseite. Eine gute Entscheidung, denn die Knöpfe auf der Rückseite waren von Anfang an umstritten und ohne lange Gewöhnung schwer zu treffen. Den Einschaltknopf mit Fingerabdrucksensor findet man jedoch weiterhin auf dem Rücken. Er lässt sich halbwegs gut ertasten und es besteht dabei nicht mehr die Gefahr, andere Buttons versehentlich auszulösen. Dennoch wäre der bessere Platz für den Knopf die Gehäuseseite.

Trotz des Gehäuses aus einem Stück lässt sich der Akku austauschen. Dazu lässt sich die Unterkante des Gehäuses abnehmen. Der Knopf für den Entriegelungsmechanismus sitzt an der Gehäuseseite. An unseren Testgeräten öffnete der Verschluss fast nie beim ersten Versuch. Die kleine Taste muss sehr weit ins Gehäuse gedrückt werden. Würde der Knopf weiter heraus stehen – etwa wie die Lautstärketasten der iPhones –, wäre der Mechanismus einfacher zu betätigen.

Um die Module Cam Plus und HiFi Plus anzuschließen, muss man ebenfalls die Akkuabdeckung öffnen. Das heißt, dass das G5 jedes Mal neu startet, wenn man ein Modul anschließt oder abnimmt. Den Akku entfernt man dann aus dem Gehäuse und trennt ihn von der Abdeckung. Einfach abziehen kann man ihn nicht, sondern muss ihn im bestimmten Winkel abhebeln. Bringt man anschließend das jeweilige Modul an, muss man ebenfalls auf den Winkel achten.

Hands-on: LG G5 Zubehör

Nach einigen Versuchen hat man den Dreh raus, instinktiv zieht man aber erstmal einfach an den Bauteilen. Allerdings wird man die Bauteile meist sowieso für längere Zeit am G5 lassen. Immerhin handelt es sich um einen Kameragriff und einen Kopfhörerverstärker. Ersteren bringt man nicht nur für einen einzigen Schnappschuss an, sondern montiert ihn, wenn man beispielsweise im Urlaub das Smartphone dauerhaft als Kamera nutzen möchte.

Der Griff erhöht die Handlichkeit des quer gehaltenen Kamera-Smartphones erheblich und bringt sie auf das Niveau von High-End-Kompaktkameras wie der Sony DSC-RX100. Das Zoomrad könnte etwas knackiger rasten und der Auslöseknopf etwas weniger wackelig sitzen. Wobei sich laut Hersteller solche Details bis zum Verkaufsstart noch ändern können.

Preise des Zubehörs sind noch unbekannt. Laut Gerüchten wird LG rund 100 Euro für den Kameragriff mit integriertem Zusatzakku verlangen. (hcz)