MWC 2016: Telekom immmr macht die Handynummer portabel - ein bisschen

Die Telekom hat den Dienst immmr angekündigt, mit dem man seine Mobilfunk-Rufnummer auf anderen Geräten für Telefonie und Messaging nutzen kann. Vermutlich stecken aber nur altbekannte Techniken dahinter.

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Telekom-Vorstandmitglied Claudia Nemat stellt auf dem MWC in Barcelona immmr vor.

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Bei immmr handelt es sich um das erste geräte- und netzwerkunabhängige Kommunikationskonzept, verspricht die Telekom, man könne die eigene Mobilfunknummer auf jedem Gerät nutzen, sie sei dann nicht an eine SIM-Karte gebunden. Telefonate, Messaging und persönliche Kontakte liefen über immmr, die Nummer könne man zudem als "persönlichen, sicheren Web-Link" nutzen. Was nach einer Art virtueller SIM klingt, dürfte sich aber lediglich als Kombination vorhandener Techniken entpuppen.

Im zweiten Halbjahr will die Telekom immmr starten, und bis dahin gibt es nur wenig Informationen. Demnach lassen sich die immmr-Dienste nur mit einer speziellen App nutzen, die es für Android und iOS geben soll. Alternativ ruft der Nutzer einen Browser auf. Das deutet darauf hin, dass es nicht um eine virtuelle SIM geht, sondern dass App und Online-Zugang nur bestehende Dienste nutzen.

Zur Telefonie könnte ein SIP-Gate zum Einsatz kommen, als Messenger vielleicht der erfolglose Telekom-Versuch Joyn. Auch sollen sich Kontakte auf immmr speichern lassen, was nach einer der üblichen PIM-Anbindungen klingt. Neu an immmr wäre dann hauptsächlich, dass sich Mobilfunknummern zu VoIP-Diensten portieren lassen. Bislang müssen laut Vorgabe der Bundesnetzagentur VoIP-Rufnummern mit 032 beginnen oder im Ortsnetz des Kunden liegen.

Ein Nachteil dieser Lösung wäre, dass sie nur für die in App und Webzugang implementierten Dienste funktioniert. Anderes bliebe außen vor, beispielsweise nutzt der Messenger Whatsapp weiterhin nur die Mobilfunknummer der echten Smartphone-SIM. Ob eine Integration von SMS vorgesehen ist, darüber schweigt sich die Telekom bislang aus.

Preise und weitere Details hat die Telekom nicht genannt, nur dass Telefonate zwischen immmr-Nutzern kostenlos sind und dass immmr in einigen Mobilfunktarifen enthalten sein wird – was im Umkehrschluss heißt, dass der Dienst nicht komplett kostenfrei ist.

[Update 15:30 Uhr] Zuerst soll immmr in Ungarn und Tschechien starten. Gerade die vielen im Ausland arbeitenden Tschechen würden profitieren, da sie so unabhängig von ihrer SIM über eine tschechische Telefonnummer erreichbar sind. Einem immmr-Account lassen sich mehrere Rufnummern zuordnen, die Rede war von maximal fünf. Die Apps gab es auf dem MWC nicht zu sehen, sie würden noch keine vorzeigbare Performance zeigen. [/Update] (jow)