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MWC 2017: Mobilfunk-Fiesta mit Flow Control

Es wird immer voller auf dem MWC, bald muss die GSMA anbauen. Trotzdem geht die wichtigste Messe der Branche weitgehend reibungslos über die Bühne. In diesem Jahr war unter anderem 5G ein heißes Thema.

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MWC 2017: Die Maschine läuft wie geschmiert

(Bild: heise online)

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Nokia 3310 (2017) grau
Nokia 3310 (2017) grau ab € 49,–

Mit neuen Rekordzahlen ist am Donnerstag der Mobile World Congress (MWC) 2017 zu Ende gegangen. Über 108.000 Fachbesucher kamen in diesem Jahr nach Barcelona und damit gut 7000 (7 Prozent) mehr als im Vorjahr, teilte der Branchenverband GSMA am Nachmittag mit. 2300 Aussteller präsentierten sich den Besuchers aus 208 Ländern auf dem MWC und der parallelen Startupmesse 4 Years from Now (4YFN). "Der MWC freut sich über ein neues Rekordjahr 2017, was seine herausragende Stellung für die Branche unterstreicht", sagte John Hofmann, Chef des Branchenverbands GSMA und Ausrichter der Messe.

Auf den vollen Gängen passten Flow Controller auf, dass der MWC seinen Flow nicht verliert.

(Bild: heise online)

Es sind die traditionellen Smartphone-Hersteller, die schon am Wochenende vor der eigentlichen Messe ihre Neuheiten zeigen. Dabei ist zu beobachten, dass die Produkte dem vorher inszenierten Hype nicht mehr standhalten. Schon im vergangenen Jahr war zu spüren, dass die Ära der Spitzensmartphones langsam zu Ende geht. Zwar waren auch 2017 wieder fast alle Hersteller hier, doch wirklich bahnbrechend Neues war nicht zusehen. Für den größten Hype sorgte dann auch ein Einfachhandy: Das Nokia 3310.

Die High-End-Smartphones des Messejahrgangs 2017 versuchen, mit Kameras oder anderen Spielereien aus der Masse herauszustechen. Auch die Möglichkeit, Videos mit erhöhtem Kontrast (HDR) abzuspielen, soll Kunden zum Upgrade motivieren. Dabei zeichnete sich auf dem MWC bereits ab, dass hier verschiedene Varianten miteinander konkurrieren werden. Bleibt also abzuwarten, ob eine zusätzliche Schwarz-Weiß-Linse oder Superzeitlupe reichen, den Kunden mehrere hundert Euro aus der Tasche zu ziehen.

Dafür tut sich im Schatten der Flaggschiffe einiges. LTE ist inzwischen Standard, auch bei den Einsteigergeräten unter 200 Euro. In der Mittelklasse haben die Hersteller aktuelles und vor allem pures Android als Kaufanreiz entdeckt. Auf Tablets ist Android hingegen kein Selbstläufer, auch wenn die Hersteller weiter für Angebote sorgen. Windows Tablets gehen da schon besser. 2-in-1-Geräte mit abnehmbarem Tablet sind überall zu sehen, besonders leistungsstarke und hochpreisige Geräte für produktives Arbeiten liegen im Trend.

Während der Stern der Gerätehersteller langsam verblasst, rücken andere Themen in den Vordergrund. Zwar hat der MWC schon den einen oder anderen Hype produziert, aus dem dann später viel Luft gewichen ist (Stichwort "Mobile Payment"), aber manchmal brauchen die Dinge etwas länger. So nimmt die nächste Mobilfunkgeneration 5G langsam Form an und wird vom Buzzword zur Realität – an dem Thema kam man auf dem MWC 2017 nicht vorbei. Netzbetreiber und Ausrüster arbeiten mit Hochdruck daran, ab 2020 ihre Netze nach dem neuen Standard bauen zu können, und entwickeln derweil LTE weiter.

Auf der Konferenz war unter anderem Huawei-CEO Eric Xu zu Gast.

(Bild: heise online)

5G ist mehr als nur ein Mobilfunkstandard. Deshalb drängen anderen Branchen auf die Messe, deren Produkte in Zukunft mit 5G vernetzt werden – Stichwort Internet of Things. Sichtbar war da vor allem die Autoindustrie: Kaum ein großer Aussteller, der nicht ein Connected Car auf seinem Stand hatte. Für die Autohersteller ging es auf dem MWC weniger darum, neue Modelle zu zeigen (wie MWC-Pionier Ford in den vergangenen Jahren), sondern mit den Netzbranche das Fahren der Zukunft in der "smart" City zu gestalten.

Auch der Nachwuchs erzeugt immer mehr Buzz auf dem MWC. Auf der 4YFN, auf der Startups mit den Branchengrößen zusammenkommen, zieht immer mehr MWC-Besucher an. Im vierten Jahr zählte die 4YFN 19.000 Besucher in den Hallen des alten Messegeländes – das sind zwar 60 Prozent mehr als noch im Vorjahr, aber nicht ganz die erhofften 20.000.

Der nächste Mobile World Congress findet vom 26. Februar bis 2. März 2018 statt. (Jo Bager, Volker Briegleb, Hannes Czerulla, Nico Jurran, Stefan Porteck, Alexander Spier ) / (vbr)

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