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Machtgefühle im Virtuellen: Geldstrafe wegen Ausspähens von Internet-Accounts

Mit Tricks verschaffte sich ein Mann die Zugangsdaten zu fremden Facebook- und Instagram-Accounts, um "Machtgefühle" zu genießen.

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(Bild: plantic\Shutterstock.com)

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Weil er in drei Fällen fremde Accounts auf den Internet-Plattformen Facebook und Instagram ausgespäht hat, ist ein Mann vom Amtsgericht Frankfurt zu einer Geldstrafe verurteilt worden (Aktenzeichen 7620 Js 252715/16). Der 26-Jährige muss nach dem Urteil vom Mittwoch insgesamt 6000 Euro (300 Tagessätze) zahlen. Zwischen November 2016 und Juli 2017 überwand er nach Überzeugung der Richter Sicherheitsvorkehrungen der Netzwerke und nahm Kontakt mit den Account-Inhabern auf, darunter eine Popsängerin. Er bat um die Mitteilung neuer Passwörter. In der irrigen Vorstellung, mit Facebook oder Instagram direkt in Verbindung zu stehen, teilten ihm die Opfer neue Kennwörter mit, sodass er Zugriff auf die Konten hatte und dort auch Inhalte einstellen konnte.

Vor Gericht legte der Angeklagte ein Geständnis ab. "Er hat sich im Internet mächtiger gefühlt als in der realen Welt", sagte sein Verteidiger. Der Mann selbst erklärte, beim Ausforschen der Accounts ein "Machtgefühl genossen" zu haben. Die Wahl der Opfer sei zufällig gewesen, die Sängerin habe er überhaupt nicht gekannt. Der Staatsanwalt sagte, es sei ein Imageverlust für die Sängerin gewesen, als ihr Account gekapert worden sei.

In die nun wegen Datenveränderung, Ausspähung von Daten und versuchter Nötigung verhängte Strafen gegen den 26-Jährigen wurden teilweise Strafen aus früheren Verurteilungen einbezogen. Mit dem Geständnis wurde eine längere Beweisaufnahme überflüssig. Auch die Sängerin, die auf der Zeugenliste stand, musste deshalb nicht vom Gericht geladen werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (olb)