Macworld: Spekulationen um Newton-Nachfolger von Apple

Vor der ersten Mac-Messe des Jahres überschlagen sich wieder einmal die Gerüchte, etwa über einen PDA -- und Apple selbst heizt die Erwartungen mehr denn je an.

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Vor der ersten Mac-Messe des Jahres, die am kommenden Montag in San Francisco beginnt, überschlagen sich wieder einmal die Gerüchte -- und Apple selbst heizt die Erwartungen mehr denn je an. Die einschlägige Website www.spymac.com etwa will von einem PDA namens "iWalk" erfahren haben, liefert sogar Fotos und QuickTime-Filme, die recht authentisch aussehen.

Wenn es sich nicht um geschickte Fälschungen handelt, was unwahrscheinlich erscheint, dann könnte der "iWalk" die Reinkarnation des legendären Newton sein, die vielleicht schon am Montag von Steve Jobs in seiner Eröffnungsrede vorgestellt wird. In den Filmen ist ein glänzend weißer, etwa handgroßer PDA zu sehen, dessen Oberfläche zu zwei Dritteln ein Monochrom-Display einnimmt. Daneben gibt es ein Bedienrad (Jog-Dial). Nach dem Drücken des Einschalters an der Unterseite soll der "iWalk" in etwa sechs Sekunden startbereit sein und mit einem ebenfalls an der Unterseite untergebrachten Stift bedient werden können -- per Handschrifterkennung in Echtzeit. In der Mitte des Bedienrades thront ein angebissener Apfel. Wird er gedreht, klappt der Display-Inhalt vom Hoch- ins Querformat.

An der Oberseite des "iWalk" sind Schnittstellen für FireWire, Audio-In und Audio-Out zu erkennen, daneben eine ominöse 16-Pin-Buchse, bei der es sich eventuell um das in Berichten immer wieder erwähnte, aber nie näher beschriebene "GigaWire" handeln könnte. Darüber hinaus verfügt der Mini-Rechner angeblich über eine Infrarot-Schnittstelle nach IrDA-Standard. Als Betriebssystem komme eine Mischung aus einem klassischen PDA-System und Mac OS X zum Einsatz.

Der "iWalk" würde in Apples Strategie des "Digital Lifestyle" passen -- und das offensive Werben für die Macworld erklären. Seit Jahresbeginn kündet Apples US-Website in einem Count-Down mit wechselnden Botschaften von einem furiosen Auftakt der traditionellen Mac-Messe in San Francisco: "Zähl die Tage. Zähl die Minuten. Zähl drauf, dass Du umgehauen wirst"; oder: "Es geht weiter als die Gerüchte-Seiten melden. Viel weiter." Kaum zu glauben, dass sich die stets mit einem Auge auf die Börse schielenden Apple-Strategen unbegründet so weit aus dem Fenster lehnen.

Die Eröffnungsveranstaltung "Keynote" beginnt jedenfalls am Montag um 9 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) und wird per Lifestream im Internet übertragen. Zu diesem Zeitpunkt dürften die meisten Apple-Jünger längst vergessen haben, dass sie gezwungen waren, ihre Flüge und Hotelreservierungen umzubuchen, weil Apple kurzerhand den Termin für die Keynote vom üblichen ersten Messetag auf den Vortag verlegt hatte.

Vom "iWalk" abgesehen kursieren ansonsten viele Spekulationen, die man bereits aus dem letzten Jahr kennt, ergänzt durch etwas esoterisch anmutende Deutungen einiger Daten über Produktverfügbarkeiten, Lieferzeiten, Abverkäufe und Preisnachlässe. Weil sich Hunderttausende von neu gestalteten Rechnern schlecht unbemerkt herstellen und ungewöhnliche Bestandteile auch kaum heimlich einkaufen lassen, ist einiges durchgesickert. Es zeichnet sich das Erscheinen eines neuen iMac mit 15-Zoll-TFT-Bildschirm ab, der in Taiwan von Quantas hergestellt werden soll. Das Design ähnele dem der aktuellen Apple-Displays sehr, hieß es; ein iBook-ähnlicher Rechner soll dahinter respektive darunter "hängen". Bei Spymac sind einige (nicht authentifizierte) Zeichnungen mit zwei übereinanderliegenden Schächten für DVD-Laufwerk und CD-Brenner zu begutachten. Nach heise online vorliegenden Informationen stirbt der bereits drei Jahre alte Kugel-Rechner allerdings nicht ganz aus, sondern wird in einer Variante mit einem 17 statt 15 Zoll messenden Röhrenmonitor ausgestattet.

Auch neue Prozessoren in den Arbeitsplatzrechnern soll es geben, allerdings schwanken die Vermutungen zwischen einem verbesserten G4 und dem Nachfolger G5. Motorola hat eine G4-Prozessor vom Typ PowerPC 7460 unter dem Codenamen Apollo fertig gestellt und kann angeblich in Stückzahlen liefern. Er soll Taktraten von über einem Gigahertz erreichen und schon per Silicon-On-Insulator-Verfahren in einem 0,18-µm-Prozess gefertigt werden. Gleichfalls gibt es ernstzunehmende Quellen, die von Vorserien-Macs mit dem ebenfalls von Motorola gebauten G5 alias PPC 8500 berichten, die schon vor einiger Zeit bei einigen Entwicklern aufgetaucht seien. Der G5 schafft sogar 1,6 Gigahertz Taktrate, gilt allerdings wegen seiner 64-Bit-Architektur als reine Mac-OS-X-CPU. Ob Apple zu diesem Zeitpunkt bereits wagt, einen Rechner auszuliefern, auf dem das herkömmliche Mac OS 9 nicht mehr läuft, bleibt abzuwarten.

Nicht zuletzt gibt es auch Spekulationen über eine neue Version von AppleWorks, das einen großen Schritt in Richtung Microsoft Office gemacht haben soll. Spannend wird es also allemal, außerdem will Apple ja nach eigenem Bekunden die Gerüchte noch übertreffen ... Wie immer werden Sie c't und heise online jedenfalls auf dem Laufenden halten. (jes)