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Telepolis

Mängel bei der Überprüfung von Wahlcomputern für die Zulassung in den USA

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Mit Milliarden von Dollar hatte die Bush-Regierung nach dem Debakel mit den alten Maschinen bei der Präsidentschaftswahl 2000 die Einführung von Wahlcomputern gefördert. Allerdings wurden bei diesen zahlreiche Sicherheitsmängel und Manipulationsmöglichkeiten entdeckt. Besonders kritisiert wurden Wahlcomputer, bei denen es keine unabhängigen Kontrollmechanismen etwa in Form eines Papierausdrucks gibt.

Ein Grund, warum Hersteller Mängel nur schleppend, wenn überhaupt, beseitigen, liegt darin, dass die Firmen, die die Wahlcomputer zur Zulassung testen, bis vorigen Monat von den Herstellern bezahlt wurden und dabei keiner staatlichen Kontrolle unterlagen. Gerade ist Ciber, eine Firma, die die Software der meisten der in den USA eingeführten Wahlcomputer getestet hat, unter Kritik geraten, weil sie Qualitätskontrollen nicht durchgeführt und Testergebnisse nicht dokumentiert hat. Die mangelnde Sorgfalt von Ciber hatte die Election Assistance Commission zwar bereits im Sommer 2006 vor den Wahlen moniert, bekannt wurde dies, wie die New York Times berichtet, erst jetzt. Seit Sommer hatte Ciber aber keine Zulassungsprüfungen für neue Systeme mehr durchführen dürfen. Im September kam Ciber erneut unter Beschuss, da die vom Staat New York zur Prüfung von neuen Wahlsystemen beauftragte Firma keine Verfahren vorgelegt hat, mit denen sie diese testet.

Aviel Rubin, ein Computerwissenschaftler an der Johns Hopkins Universität, der Experte für Wahlcomputer ist, findet es beunruhigend, dass mit den von Ciber getesteten Maschinen bereits gewählt wurde. Es hätten sich zwar einige Software-Fehler schnell offenbart, aber man müsse ansonsten die Systeme einige Zeit nutzen, bevor Mängel zu erkennen seien. Bei den Wahlen kam es nicht nur zu zahlreichen Störungen, Wissenschaftler hatten auch bei unterschiedlichen zugelassenen Systemen zeigen können, dass sie mitunter leicht manipulierbar sind.

Erst seit Dezember kontrolliert die Election Assistance Commission die Zulassung von Firmen zur Überprüfung der Wahlsysteme und schreibt die Qualitätskontrollen vor. Die Firmen müssen die Ergebnisse jetzt der Kommission vorlegen. Bezahlt werden die Firmen aber weiterhin von den Herstellern. (fr)

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