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Magic The Gathering: Regisseure von Avengers Endgame und Netflix planen Serie

Die Russo-Brüder wollen das erfolgreiche Sammelkartenspiel als animierte Serie für 20 Millionen Spieler auf den Bildschirm bringen.

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Magic The Gathering feiert in diesem Jahr seinen 26. Geburtstag. Nach wie vor verkaufen sich die Sammelkarten hervorragend.

(Bild: Fabian A. Scherschel)

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Die Macher des Sammelkartenspiels Magic The Gathering haben zusammen mit Netflix eine animierte Serie angekündigt. Zum ersten Mal sollen Geschichten aus dem Magic-Multiversum in bewegten Bildern erzählt werden. Entwickelt wird die Serie von den Russo-Brüdern, die sich zuletzt in Marvels Film-Universum einen Namen machten und unter anderem für Avengers Endgame verantwortlich zeichneten.

Magic The Gathering, das im August 26 Jahre alt wird, ist das älteste Sammelkartenspiel der Welt. Bei seiner Erscheinung 1993 hatten Richard Garfield und Herausgeber Wizards of the Coast, der mittlerweile zu Hasbro gehört, mit dem Spiel ein ganzes Genre begründet. Mit mehr als zwanzig Millionen aktiven Spielern ist Magic eines der erfolgreichsten Table-Top-Spiele aller Zeiten.

Neben den Russo-Brüdern, selbst bekennende Magic-Spieler, ist als Show Runner und Drehbuchautor der Serie Henry Gilroy mit an Bord, der bei der animierten Serie Star Wars Rebels als Co-Produzent tätig war. Die Animationen sollen laut einem Bericht bei Entertainment Weekly unter anderem vom kanadischen Studio Bardel kommen, die bisher mit Rick & Morty sowohl 2D-Serien als auch 3D-Features wie Der gestiefelte Kater produziert haben.

Wie genau die Serie aussehen soll, ist bisher nicht bekannt. Die Geschichten sollen sich allerdings um die Abenteuer der sogenannten Planeswalker drehen – Magier, die durch angeborene Fähigkeiten so mächtig sind, dass sie zwischen verschiedenen Welten des Multiversums nach Belieben wechseln können. Diese Magier spielen um "Einsätze, die größer sind als das Schicksal einzelner Welten", so Netflix in einer Ankündigung der Serie.

Material sollte die Hintergrundgeschichte des Kartenspiels genügend liefern: Nach mehr als 25 Jahren und 81 Karten-Erweiterungen haben sich unzählige Konflikte zwischen Planeswalkern ereignet. Epische Kriege haben ganze Welten vernichtet und Feindschaften hervorgerufen, die Jahrhunderte andauern. Die Planeswalker, die zuerst als bloße Avatare der Kartenspieler erdacht wurden, die sich bei Magic mithilfe der Sammelkarten magische Duelle liefern, haben sich so längst zu komplexen Figuren entwickelt. So zeigt das Teaser-Bild, mit dem Netflix die Serie ankündigte etwa Chandra Nalaar – die zu cholerischen Wutausbrüchen neigende Feuermagierin ist eine der bei Fans beliebtesten Planeswalker.

In über 60 verschiedenen Büchern wurden diese Geschichten in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten zur Mythologie eines knappen Dutzend Welten. Bösewichte wie die Borg-ähnlichen Phyrexianer streiten sich dabei mit weltenverschlingenden Lovecraft-Monstern namens Eldrazi und dem (neuerdings nicht mehr so) unsterblichen Magierdrachen Nicol Bolas um die Vorherrschaft über ein ganzes Universum.

Als Hintergrund dienen Renaissance-Fantasy-Welten (Dominaria) genauso wie Dinosaurier-verseuchte Dschungel (Ixalan), Metallwelten (Mirrodin) und von Elfen und Demonen bevölkerte Steampunk-Stadt-Planeten (Ravnica). Eine gesammelte Hintergrundgeschichte, die mit dem Background von Star Wars und so manchem Marvel-Franchise mithalten kann.

Die geplante Netflix-Serie ist nicht der erste Versuch, Magic The Gathering auf die Leinwand zu bringen. Mehrere Fernsehserien waren seit Jahren immer mal im Gespräch und 2014 sicherte sich 20th Century Fox die Filmrechte an dem Stoff. Aus dem geplanten Kinofilm wurde allerdings nichts und die Live-Übertragungen von Magic-Wettkämpfen auf dem US-amerikanischen Sportsender ESPN von 1997 bis 2000 blieb bisher der einzige Ausflug des Sammelkartenspiels ins Fernsehen.

Neben den Papier-Karten, die sich nach wie vor sehr gut verkaufen, gab es im Videospiele-Bereich immer wieder PC- und Smartphone-Umsetzungen von Magic The Gathering. Die zwei verbreitetsten sind momentan Magic The Gathering Online (MTGO), welches vor allem von Wettkampf-orientierten Magic-Spielern frequentiert wird, und seit Ende 2018 das Einsteiger-freundlichere Magic The Gathering Arena (MTGA). Die einzelnen Karten sind in allen Umsetzungen gleich und werden in insgesamt elf Sprachen übersetzt. (fab)