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Mahnung an Tauscher der Windows-Quelltexte [Update]

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Derzeit trudeln bei diversen Internet-Zugangsprovidern Mails ein, in denen ein Microsoft-Mitarbeiter namens "J.K. Weston" darauf hinweist, dass einer der Kunden des Providers die vor kurzem im Internet aufgetauchten Quelltexte von Windows 2000 und NT zum Download anbietet. Desweiteren bittet die Mail, an den Kunden eine eindringliche Warnung vor den straf- und zivilrechtlichen Folgen weiterzuleiten. Enthalten ist hierin auch die Aufforderung, den Code zu vernichten und an Microsoft zu berichten, wie man an ihn gelangte. Beispiele für solche Mails sind mehrfach im Internet zu finden, etwa hier oder hier.

Ob die Mail tatsächlich von Microsoft stammt, war anfangs unklar -- eine offizielle Stellungnahme von Microsoft ließ auf sich warten. Jedenfalls tauchte ein "J.K. Weston" in der Vergangenheit bereits im Zusammenhang mit Copyright-Verletzungen auf. Die verfügbaren Hinweise, die dem Mail-Header und der PGP-Signatur zu entnehmen sind, deuteten jedoch darauf hin, dass es sich nicht um einen Hoax handelte, sondern der Dienstleister BayTSP am Werk war. Diese Firma bietet an, im Auftrag anderer Unternehmen Copyright-Verletzungen im Internet zu verfolgen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mails mit Warnungen vor illegalen Downloads bei Providern eintrudeln. Die Musikindustrie verschickt sie bereits seit längerem und in immer höherer Stückzahl. Allerdings ist bislang kein Fall bekannt, in dem sich Microsoft dieses Mittels bedient hätte.

Um als illegaler Anbieter von Raubkopien dazustehen, reicht bei vielen Tauschbörsenclients übrigens das simple Herunterladen einer Datei. Noch während des Downloads bieten diese Clients die bereits auf der Platte gelandeten Fragmente ihrerseits anderen Tauschbörsennutzern an.

[Update]
Mittlerweile hat Microsoft offiziell bestätigt, dass der Konzern selbst die Warn-Mails verschickt hat. (axv)

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