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Mailbox.org kümmert sich um digitalen Nachlass

Mailbox.org hat eine neue Website, ein neues Logo und zahlreiche neue Funktionen. Die Nutzer können nun etwa ihren digitalen Nachlass regeln.

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Mailbox.org kümmert sich um digitalen Nachlass

(Bild: Mailbox.org)

Der Berliner E-Mail-Anbieter Mailbox.org hat sich ein neues Logo, eine neue Website sowie einige neue Funktionen gegönnt. Die Nutzer können nun selbst festlegen, was im Todesfall mit ihren Daten passiert. So können sie etwa bestimmen, dass nach dem Tod die Zugangsdaten an niemanden herausgegeben werden; im Normalfall bekommen die Hinterbliebenen das Passwort. Die Login-Daten lassen sich alternativ auch einer bestimmten Vertrauensperson vermachen, deren Name und Adresse bei Mailbox.org hinterlegt sind.

Eine weitere Neuerung stammt direkt aus den Nutzerforen: Dort haben sich die Kunden eine automatische Leerung des Mülleimers gewünscht. Nach 30 Tagen werden entsorgte Mails nun automatisch vom Server gelöscht – eine Ausnahme, die nur für den IMAP-Ordner "Trash" gilt. Normalerweise sei es ein Tabu, Kunden-Mails automatisch zu entfernen, betont Mailbox. Der Mail-Dienst bietet werbefreie Postfächer und legt besonderen Wert auf Privatsphäre, Datenschutz und Verschlüsselung. Die Pakete gibt es ab einem Euro im Monat. Ein ähnliches Konzept hat Posteo, ein weiterer Mail-Anbieter aus Berlin.

Überarbeitetes Web-Office

Das Online-Office-Paket von Mailbox.org bekam nach langen Programmierarbeiten ebenfalls umfangreiche Updates spendiert. Als Basis dient nun OX 7.10 von Open-Xchange, das Mailbox.org laut eigener Aussage als einer der ersten Anbieter weltweit einsetzt. Der Kalender wurde vollständig überarbeitet und "in weiten Teilen neu programmiert". Das löste einige Design-Probleme, unter denen die Nutzer gelitten hatten. "Schwebende Fenster" wie in normalen Desktop-Apps und eine neue Startleiste erleichtern die Arbeit zusätzlich. Für den Austausch mit anderen sorgt eine ins Office integrierte Chat-Funktion, die auf Jabber (XMPP) basiert und vorbildlich mit OMEMO verschlüsselt ist. Ganz abgeschlossen ist die Integration derzeit aber noch nicht.

Farbe der Hoffnung

Das neue Mailbox.org-Logo löst den handgezeichneten Briefumschlag ab und ist jetzt knallgrün. Der Farbwechsel ist wohlüberlegt: "Grün als Farbe steht für alternativ, anders, bewusst, frisch und wird allgemein als sympathisch wahrgenommen", erklärt Mailbox-Chef Peer Heinlein. Das alte Orange habe den Nutzern "schlicht nicht gefallen". Die neue Farbe soll auch dabei helfen, sich von den Konkurrenten visuell abzusetzen und die Wiedererkennbarkeit zu garantieren. Kurz: "Grün passt hervorragend zu mailbox.org."

Das Mailbox-Team um Peer Heinlein will weiterhin fleißig an Neuerungen und Verbesserungen arbeiten. Für die nächsten Wochen sind zunächst einige Nacharbeiten zum Relaunch geplant, außerdem sollen die Familien-Accounts zu Team-Accounts werden, inklusive "kleiner Nutzerverwaltung". Dort lässt sich beispielsweise einstellen, ob die Konten getrennt oder zusammen bezahlt werden sollen. Geplant ist zudem eine Erneuerung des Helpdesk-Portals, mit dem die Mailbox-Betreiber selbst nicht zufrieden sind. Auch eine DKIM-Schlüsselverwaltung befindet sich in der Pipeline. (dbe)

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