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Mainboardhersteller steht für Elko-Ausfall gerade (Update)

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Die US-Niederlassung der taiwanischen Firma Abit bietet US-amerikanischen Privatkunden mit defekten Mainboards bestimmter Baureihen an, diese bis zum Februar 2006 kostenlos zu reparieren. Damit reagiert Abit USA auf die Sammelklage ("Class Action Suit") eines Anwalts, die dieser im Namen seines Mandanten Eric Schonning führt. Auch die Support-Webseite von Abit USA verweist (unter dem Punkt "Miscellaneous") auf die Webseite, die die komplizierten Modalitäten für das Angebot der gütlichen Einigung erläutert -- dazu muss man sich nämlich zunächst als Mitstreiter der Sammelklage beim zuständigen Gericht registrieren.

Hintergrund der gehäuften Ausfälle von Mainboards bestimmter Baureihen, vorrangig aus den Jahren 1999 bis 2001, sind angeblich fehlerhafte Aluminium-Elektrolytkondensatoren (Elkos), die im Schaltkreis des Spannungswandlers für die Prozessoren sitzen. Betroffen sind Boards mit Sockel A (für den AMD Athlon/Duron/Athlon XP) und Sockel 370 (für Pentium III und Celeron) mit Chipsätzen unterschiedlicher Hersteller. Berichte über Elkos einiger taiwanischer Hersteller, die angeblich mit einem Elektrolyt befüllt wurden, dessen von einem japanischen Konkurrenten gestohlene Rezeptur nicht richtig befolgt wurde, tauchten bereits im Herbst 2002 auf. Später wurden konkrete Elko-Hersteller genannt, die Qualitätsmängel allerdings vehement bestritten haben.

Außer Produkten von Abit sind auch mehrere PC-Mainboard-Baureihen anderer taiwanischer Hersteller und auch solche mit Elkos anderer Produzenten von gehäuften Ausfällen betroffen. Darunter sind auch Elkos aus japanischer Fertigung, was gegen die Theorie des fehlerhaften Elektrolyten als Ausfallursache spricht. Die US-Webseite Badcaps.net nennt eine Reihe betroffener Mainboards, auch Forenteilnehmer von heise online haben eine eine Liste zusammengetragen. Der c't liegen auch Berichte über Ausfälle von Mainboards für Industrie-PCs und für Intels Pentium-4-Prozessoren (PDF) vor -- und auch über Elko-Ausfällen in vielen anderen Geräten (wie Kaffeemaschinen), denn es handelt sich dabei um ein altbekanntes Elektronik-Problem.

Die eigentliche Ausfallursache von Elkos des CPU-Spannungswandlers lässt sich im Einzelfall nur schwer feststellen. Nicht immer liegt die Schuld beim Hersteller. Elektrolytkondensatoren verkraften hohe Temperaturen schlecht; solche treten vor allem dann auf, wenn der PC zu schwach gekühlt (leise Lüfter) oder übertaktet wird, möglicherweise noch bei erhöhter CPU-Kernspannung. Nach Untersuchungen von Jens Both, der die Webseite www.elcap.de betreibt und in c't 21/03 über das Thema berichtete, liegt zumindest nicht in allen Fällen die Ausfallursache bei den Elektrolytkondensatoren selbst, sondern wahrscheinlich auch in der falschen Dimensionierung einiger Schaltungen. Die Diagnose des Problems ist schwierig, weil defekte Elkos nicht immer platzen oder auslaufen; man benötigt deshalb spezielle Testgeräte (wie diesen In-Circuit-Tester zum Selbstbau), auch die Beschaffung und der Austausch der Bauteile ist schwierig.

Die ausfallträchtigen Abit-Mainboards wurden auch in Europa verkauft, aber die für Deutschland zuständige Abit-Niederlassung (AMOR Computer B.V. mit Sitz in Venlo/Niederlande) hat offiziell keine ähnliche Maßnahme wie die US-Niederlassung angekündigt. (Update:) Amor bietet Besitzern von Abit-Mainboards mit defekten Elkos an, ihnen passende Ersatz-Bauteile kostenlos zuzusenden. Den eigentlichen Austausch müssen die Kunden dann selbst vornehmen. Anfragen sollten per E-Mail an die Adresse technical@abit.nl gerichtet werden -- Amor-Techniker klären dann ab, ob der Mainboard-Ausfall tatsächlich auf die Elko-Defekte zurückzuführen ist.

Auch vom Hersteller Micro-Star International (MSI) waren einige ältere Modelle häufiger betroffen, weshalb in den USA bereits im vergangenen Jahr eine Klage eingereicht wurde. MSI Technology will bei Mainboards, die wegen Elko-Defekten ausgefallen sind, im Einzelfall kulant entscheiden. (ciw)

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