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Mandrake in Namensnöten

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Nach MobiliX ist ein weiteres Linux-Projekt drauf und dran, mit einem Comic zu kollidieren. Von dem Pariser Tribunal de Grande Instance (das in etwa einem deutschen Oberlandesgericht entspricht) ist die französische Firma Mandrakesoft dazu verurteilt worden, den Namen "Mandrake" nicht länger für ihre Produkte zu nutzen und das Logo zu verändern. Im Falle der Zuwiderhandlung droht dem Linux-Distributor eine Strafe von 70.000 Euro. Das bereits am 12. Dezember ergangene Urteil liegt den Beteiligten seit dieser Woche schriftlich vor.

Gegen Mandrake hatte die amerikanische Hearst Corporation geklagt, die mit Blättern wie Marie Claire und Cosmopolitan groß geworden ist. Ihre Tochterfirma King Features ist eines der ältesten und größten Comic-Häuser der Welt (Popeye, Prinz Eisenherz) und hält die Rechte an der Reihe Mandrake le magicien. Diese geht auf den Illusionskünstler Mandrake zurück, der in den 20er Jahren sehr populär war. Der leitete seinen Namen wiederum aus der in kabbalistischen Kreisen sehr verbreiteten Ritualpflanze Alraune ab, die in romanischen Ländern unter dem Namen Mandragora bekannt ist.

Diese gesamte Ableitung nimmt Mandrakesoft nun zum Anlass, gegen das Urteil Widerspruch einzulegen; die Verhandlung ist für den 26./27. Februar vorgesehen. Das Verfahren, das mittlerweile drei Jahre dauert und vor Gerichten in den USA und Frankreich ausgefochten wird, dürfte noch weitere Instanzen beschäftigen. In einer Pressemitteilung betont der Linux-Distributor, dass der Name Mandrakesoft nicht vom Urteil betroffen ist. Werner Heuser, Betreiber ehemals von MobiliX und nun von TuxMobil, dokumentiert übrigens insgesamt 16 Markenrechtsstreitigkeiten, in die Linux-Projekte verwickelt waren oder sind. (Detlef Borchers) / (jk)