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Manhunt: wachsende Nachfrage nach Verbotsforderungen

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Das Spiel "Manhunt" von Take 2 soll die Vorlage für einen brutalen Mord in Großbritannien gewesen sein. Ein 17-Jähriger hatte im Februar dieses Jahres einen 14-jährigen Jungen in einen Park gelockt und dort mit einem Tischlerhammer, wie er auch in "Manhunt" als Waffe benutzt wird, grausam umgebracht. Die Eltern des Opfers machen das Spiel dafür mit verantwortlich, von dem der Täter "besessen" gewesen sei, und fordern ein Verbot. In Großbritannien darf das Spiel nur an Erwachsene verkauft werden, in Deutschland ist es seit Mitte Juli verboten. Das Amtsgericht München hatte eine Beschlagnahme des Spiels in allen Versionen angeordnet, da das Spiel Gewalt verherrliche oder verharmlose.

Die britische Polizei geht allerdings nicht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem brutalen Spiel, bei dem ein Schwerverbrecher im Auftrag eines Filmproduzenten möglichst grausame "Hinrichtungen" für die Kamera bewerkstelligen muss, und dem Mord gibt. Vielmehr glaubt sie an einen Raubüberfall, zumal das Spiel nicht im Besitz des Täters, sondern des Opfers gewesen sei. Ende Juli allerdings haben britische Zeitungen das Thema aufgegriffen und eine ursächliche Beziehung zwischen dem Mord und dem Spiel hergestellt.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit zogen einige Händler das Spiel aus dem Verkehr. Andere wie die Kette HMV boten "Manhunt" hingegen weiter an und berichten nun, dass der Medienrummel die Nachfrage bedeutend gesteigert habe. In manchen Läden ist es bereits ausverkauft. Zuvor seien die Verkäufe nur mäßig gewesen, jetzt seien auch Menschen darauf aufmerksam geworden, die von dem Spiel keine Ahnung gehabt hatten. Ein HMV-Sprecher erklärte, man habe das Spiel weiter verkauft, weil man kein Zensor sein wolle. Er warnte auch davor, das Spiel ganz zu verbieten, da Interessierte es sich sonst aus dem Internet oder von illegalen Quellen besorgen würden, die nicht nach dem Alter der Kunden fragen.

Mehr dazu in Telepolis:

(fr/tp) / (jk)

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