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Markenstreit: Gmail ist umgezogen

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Heimlich, still und leise hat Google die Server seines Freemail-Dienstes umbenannt. Wer sich bei Gmail einloggt, landet nicht wie bisher auf gmail.google.com, sondern auf der Adresse mail.google.com. Dies ist offensichtlich eine Reaktion auf eine markenrechtliche Auseinandersetzung: Der Hamburger Unternehmer Daniel Giersch hat dem Suchmaschinenbetreiber Google das Verwenden der Bezeichung "Gmail" für seinen E-Mail-Dienst in Deutschland per einstweilige Verfügung untersagen lassen. Google sei es insbesondere auch verboten worden, deutschen Nutzern E-Mail-Adressen unter dem Domainkürzel gmail.com zur Verfügung zu stellen.

Die einstweilige Verfügung soll bereits am 13. Mai dieses Jahres auf Betreiben von Giersch hin ergangen sein, der Inhaber der Marke "G-Mail...und die Post geht richtig ab" ist. Bei Google ist sie bis dato nicht angekommen -- der Anwalt von Giersch hatte schon vor einigen Tagen erklärt, eine möglicherweise rechtlich notwendige Zustellung über das Auswärtige Amt an den Google-Hauptsitz in den USA könne zu Verzögerungen führen. Offenbar sieht das Unternehmen trotzdem Handlungsbedarf.

Schon vor der einstweiligen Verfügung hatte Google seinen E-Mail-Dienst für deutsche Nutzer von Gmail in Google Mail umbenannt, um Giersch in dem bereits länger währenden Streit den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zuvor hatte Giersch Gmail-Nutzer abmahnen lassen, die Gmail-Einladungen auf eBay versteigert hatten.

Dass die Namensänderung das Ende der Auseinandersetzung Giersch vs. Google ist, ist allerdings unwahrscheinlich: Auch nach dem Server-Umzug behalten die Benutzer ihre alten @gmail.com-Adressen. (jo)